Interviews
Vom einzig wahren Black Metal...
Interview mit Vardalv von Throne of Katarsis (07.04.2007)
THRONE OF KATARSIS ist eine weitere Band aus dem hohen Norden, die sich den Spirit des einzig wahren Black Metal auf die Fahnen geschrieben hat. Wie bekannt sein dürfte gibt es eine Menge Leute, die gern in die Fussstapfen von Darkthrone und Co. treten würden. Auch bei dieser Combo sieht es auf den ersten Blick nicht anders aus. Ihre erste Langrille „An Eternal Black Horizon“ sowie das zuvor erschienene Demo „Unholy Holocaustwinds“wurden jedoch mit wohlwollenden Kritiken aufgenommen. Grund genug um den Herren mal auf den Zahn zu fühlen bzw. Gründungsmitglied Vardalv, der meine Fragen in besserem Englisch beantwortet hat als ich sie stellen konnte. *g*
(Isphanil)
Um erst einmal loszulegen: erzähl uns ein paar Fakten rund um die Geschichte der Band. Die meisten unserer Leser haben vermutlich noch nie auch nur einen Ton von euch gehört. Also klär uns auf: Wer sind THRONE OF KATARSIS?
THRONE OF KATARIS wurde gegründet als ich Grimnisse (git, vocals, etc.) kennenlernte. Das muss irgendwann um 2002 herum gewesen sein und wir haben ein paar Sessions zusammen gemacht. Gleich beim ersten Mal lief es absolut perfekt, da wir beide dieselben Visionen und Gedanken bezüglich Black Metal teilen. Kurz danach nahmen wir das Demo „Unholy Holocaustwinds“ auf und haben es ein paar Leuten vorgestellt. Das Feedback war überwältigend und wir legten los um mehr Material für einen Longplayer zusammen zubekommen und auch ein passendes Label zu finden, das die Scheibe rausbringen würde.
Auf eurer Homepage habe ich folgendes Statement gefunden: “Ihre Prophezeiung war und ist reinen, atmosphärischen und okkulten Black Metal in der wahren Art des frühen 90er Jahre Black Metals in Norwegen zu kreieren.“ In meinen Ohren hört sich das ein ziemlich kryptisch an. Kannst du mir in deinen eigenen Worten erklären warum dieser frühe norwegische Black Metal so wichtig und faszinierend für dich ist?
Was ist daran kryptisch? Wir spielen Black Metal wie er sein sollte, genau wie die legendären Bands es anfangs der 90er getan haben, denn nur das ist wahrer Black Metal. Es geht nicht nur um die Musik, es ist auch die Atmosphäre, die Botschaft, die Einstellung, das komplette Paket eben! THRONE OF KATARSIS und Black Metal, das ist für uns Alpha und Omega, es ist unsere Lebenseinstellung. Nicht wie alle diesen zweitklassigen Bands da draussen mit ihren dilettantischen Bemühungen „Black Metal“ zu schaffen.
Euer Debut Album „An Eternal Black Horizon” ist gerade erschienen. Wie sehen bisher die Reaktionen von Fans, Zines und so weiter aus?
Hauptsächlich ist das Feedback sehr positiv, obwohl wir auch ein paar schlechte Kritiken bekommen haben. Leute und Zines, die denken, was wir machen sei langweilig und alles schon einmal dagewesen. Aber offensichtlich haben sie nicht geschnallt was THRONE OF KATARSIS eigentlich darstellt. Es geht nicht darum möglichst originell zu sein oder besonders progressive Musik zu schaffen, unser Ziel ist einzig und allein die Art Black Metal zu spielen wie damals in den 90ern, die Nostalgie und Atmosphäre wecken, die einen überkommt wenn man die frühen 90er Jahre Black Metal Klassiker anhört.
Was ist eure Inspiration für eure Musik? Ich hab mal nachgeschlagen und so wie es für mich aussieht ist Catharsis ein Weg sich selbst von Aggressionen zu reinigen indem man körperliche Gewalt gegen wasauchimmer einsetzt. Seht ihr eure Musik als eine Art Ventil für Hass und die inneren Dämonen?
Die Quelle unserer Inspiration sollte weiter oben ja bereits klargeworden sein. Und nein, Catharsis bedeutet Reinigung oder Säuberung im Allgemeinen. Der Bandname spiegelt unsere Vision wieder, truen Black Metal zu bringen, gereinigt von all der Mittelmässigkeit und dem Nonsens „Black Metal“, den ich oben bereits erwähnte.
Eine Angelegenheit, die ziemlich häufig diskutiert wird, ist der kommerzielle Erfolg einiger Black Metal Bands wie zum Beispiel Satyricon, Immortal oder von mir aus auch Dimmu Borgir. Für viele Leute weltweit sind diese Bands das Gesicht des Black Metal. Was haltet ihr von dieser „netten“ Spielart dieses Genres?
Ich höre mir alle diese Bands gerne an…. (Heisst wohl so viel wie: „Hey, nur weil ich selber den wahren Geist des Black Metal weiterleben lasse, hacke ich anderen kein Auge aus.“ Das finde ich persönlich zwar sympathisch, ich frage mich aber doch, wer dann die von Vardalv erwähnten mittelmässigen BM Bands sind... das hat er uns leider nicht weiter verraten. ;) – Ispha)
Nimm mal an ihr hättet die Chance ein Video mit unbegrenzten finanziellen Mitteln zu drehen. Wie würde das aussehen ? Oder würdet ihr ganz darauf verzichten aus Gründen wie Metallica in den frühen 80er Jahren? („Metal Bands brauchen keine Video Clips...“)
THRONE OF KATARSIS werden niemals ein Video drehen. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass meiner Meinung nach die meisten Black Metal Videos vollkommen lächerlich aussehen. Natürlich gibt es immer ein paar Ausnahmen wie zum Beispiel Negura Bunget oder Antaeus mit ihren ganzen Clips voll menschlicher Grausamkeit.
Vor ein paar Tagen erst hat es einen hässlichen Vorfall gegeben, in der Hauptrolle der Sänger von TAAKE, der mit einem Hakenkreuz auf der Brust hier in Deutschland auf die Bühne kam. Die Reaktionen kamen ziemlich schnell: einige Festivals haben TAAKE aus dem Setting für dieses Jahr geworfen. Obwohl wir hier in Deutschland sicher sehr empfindlich auf alles reagieren was an unsere grausige Vergangenheit erinnert, wie siehst du diese Reaktionen? Und was ist deine Meinung zu politischen und insbesonderen rassistischen Tendenzen im Black Metal?
Ich möchte diesen Vorfall eigentlich nicht gross kommentieren, ausser, dass die Reaktionen doch etwas überzogen scheinen im Verhältnis zum Vorfall an sich, aber grundsätzlich bin ich der Meinung das Politik und Rassismus nicht zum Black Metal gehören. ( Vielleicht sieht man das von der norwegischen Gletscherspalte aus so, aber ich darf mal betonen, dass ich die Reaktionen keineswegs für überzogen halte... – Ispha)
Und nach all diesen mehr oder weniger ernsthaften Fragen lass uns mal zurückschauen in deine persönliche Vergangenheit: wie wurdest du von der Krankheit namens Metal infiziert ? Wer waren deine ersten Favoriten und meinst du, dass sie dich immer noch beeinflussen?
Ich begann Black Metal zu hören als mir bei einem Kumpel das erste Mal Darkthrones „In the shadow of the horns“ zu Ohren kam. Ich wanderte zum örtlichen Plattendealer und kaufte mir die Scheibe. Das brachte mich an den Punkt wo ich mehr über den extremen Underground des Metal wissen wollte. Und ja, ich fühle mich immer noch von Darkthrone inspiriert.
Wissen deine Eltern was für Mucke du machst und sind sie stolz auf dich?
Ja!
Und zum Schluss: das hier ist deine Chance unseren Besuchern zu erzählen was du immer mal auf den Tisch bringen wolltest!
"Hail the true Black Metal scene! Spread the word of THRONE OF KATARSIS, and
visit our homepage at www.throneofkatarsis.com for samples and info!
On behalf of THRONE OF KATARSIS,
the Unholy Norwegian Black Metal Cult;
Vardalv 30 f march 2007”
(Und ich glaube, das brauche ich nicht wirklich zu übersetzen. *g* -Ispha)


