Interviews
Metal...begins
Interview mit Jens Faber von Dawn Of Destiny (13.10.2007)
Dawn Of Destiny haben nach langer Zeit endlich ihr Album an den Start gebracht und da mir die Band ans Herz gewachsen ist, gibt es dann auch gleich noch ein Interview hinter das Review hinterher.
(Tequila)
Hallo Jens, während ihr den Leuten im Ruhrpott wohl schon etwas bekannter sein dürftet, hat der Rest der Republik wohl eher weniger bisher von euch gehört. Daher wäre es wohl praktisch, wenn wir mit der History eurer noch relativ jungen Band anfangen.
Hallo Tequila,
gegründet wurde Dawn Of Destiny eigentlich erst Anfang 2005. Den ersten Auftritt hatten wir im Dezember des gleichen Jahres und spielen in dieser Besetzung mit Veith seit September 2006 zusammen!
Nach nur einem Demo habt ihr gleich einen Deal an Land ziehen können. Das ist, gerade in heutigen Zeiten, für eine Band, die nicht einem Trend hinterhechelt, sehr fix. Es gab zuerst Gerüchte, ihr würdet bei Pure Steel Records unterschreiben, letztendlich wurde es das Traditionslabel Shark-Records. Wie kam es dazu?
Wir hatten das Glück mehrere Angebote bekommen zu haben und haben uns dann für das Label entschieden, wo wir die Zusammenarbeit am produktivsten eingeschätzt haben! Diese Entscheidung haben wir auch nicht bereut. Pure Steel Records war auch ein relevantes Label, doch fanden wir damals einfach nicht zusammen.
Habt ihr eure Platte selber vorfinanziert oder hat Shark euch direkt ins Woodhouse Studio geschickt? Ist ja nicht gerade die schlechteste Adresse in Deutschland und dementsprechend auch nicht gerade ein Schnäppchen.
Nein, das Woodhouse Studio haben wir uns selbst ausgesucht, da wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bei Shark unter Vertrag waren und ja, ein Schnäppchen war das nicht ;-)
Eröffnet euch der Deal neue Möglichkeiten bezüglich Touren und Festivals oder müsst ihr euch um diese Dinge immer noch selber kümmern?
Um Touren, Auftritte und Festivals kümmern wir uns selbst, was schon einen ziemlichen Aufwand darstellen kann. Wir haben aber auch das Glück, dass wir von befreundeten Bands öfter mal eingeladen werden.
Als die Band gegründet wurde, war es da eine bewusste Entscheidung, mit Tanja auf eine Sängerin zurückzugreifen, oder war es reiner Zufall, hätte also auch ein Sänger gepasst?
Pikante Frage; Tanja und ich machen schon seit einigen Jahren Musik aber es war damals eher mein Wunsch, einen Sänger in der Band zu haben und keine Sängerin. Wir haben dann aber schnell gemerkt, dass ihre Stimme zu der Musik passt und mittlerweile wäre es anders gar nicht mehr denkbar.
Wie läuft das Songwriting im Hause Dawn Of Destiny ab? Bist Du eine Art Alleinherrscher und das Volk hat zu folgen, oder unterwerft ihr euch dem klassischen Songwritingprozess?
Im Falle von Dawn Of Destiny bin ich mehr oder minder alleine für das Songwriting verantwortlich, spreche aber mit Tanja bei einigen Songs die Gesangslinien durch! Letztendlich trägt aber dennoch jeder seinen Teil dazu bei, weil jeder Musiker ja auch seinen eigenen Stil hat, wie er die Vorgaben umsetzt..
Wo siehst Du die musikalischen Vorbilder für dich? Welche Bands haben dich beeinflusst?
Auch wenn man es nicht unbedingt heraushören mag sind meine kompositorischen Vorbilder in erster Linie Queen, Dimmu Borgir, Therion und die neuen Rage. Das ist schon ziemlich hohes Niveau, wo ich noch viel von lernen kann.
Wie würdest Du Dawn Of Destiny jemand beschreiben, der euch nicht kennt?
Natürlich als die großartigste Musikumsetzungskapelle der Welt ;-) Nein, ernsthaft: wir sehen uns im Groben als klassische Metal Band, die versucht musikalischen Anspruch, Eingängigkeit und Emotionen zu vereinen und all dies auch den Hörer spüren zu lassen.
Da ich ja ein großer Verfechter der Waldorfpädagogik bin (Natürlich nicht, aber irgendwie muss ich diese nun folgende, total bescheuerte Frage ja erklären) würde es mich interessieren, wie es aussieht, wenn man den Bandnamen tanzen würde (Eurythmie forever)?
Hm, als wir mal in Bochum gespielt haben, gab es zu dem Song „Dawn Of Destiny“ einen kleinen Pogo Tanz. Die diesbezüglichen Bilder könnten eine Antwort darstellen ;-)
OK, ab nu wieder ernsthaft: Welchen Teil des Musikerlebens findest Du am interessantesten? Den Songwritingprozess, die Studioarbeit oder das live spielen?
Sicherlich haben alle Aspekte ihren Reiz. Es ist schön, aufregend und auch befreiend live zu spielen. Die Arbeit im Studio ist natürlich seltener, aber eine ganz enorme Erfahrung, während das Songwriting eine Art Dauerzustand darstellt, die für mich persönlich aber vermutlich immer noch ganz oben in der Nahrungskette steht. Wenn ein Song fertig ist und sich meiner persönlichen Zufriedenheit erfreut, ist das immer noch das schönste Gefühl.
Wie weit glaubst Du, kann eine Band wie Dawn Of Destiny kommen? Oder, anders gefragt: Sollte der Durchbruch vor der Tür stehen, werden das alle Bandmitglieder mitmachen? Das große Abenteuer Rockstar?
Da sind wir selbst auch alle gespannt. Wir sehen schon das Potential, wirklich was erreichen zu können, wenn wir einen Bekanntheitsgrad erreicht haben, aber wir wissen natürlich auch, das es in diesem Business nicht einfach ist. Wir werden alles Erdenkliche tun, was möglich und nötig ist. Nicht um Rockstar zu werden, sondern um unseren Traum zu verwirklichen, mit Musik Menschen zu erreichen und im Bestfall dies als Beruf auszuüben.
Du hast drei Wünsche frei für deine Band, einen realistischen, einen unrealistischen und einen utopischen. Welche wären das?
Hm, da verschwimmen bestimmt schnell die Grenzen. Ist der Wunsch in Wacken zu spielen realistisch? Ist der Wunsch von der Musik leben zu können schon utopisch? Wer weiss, was wir erreichen können! Natürlich ist zu dem jetzigen Zeitpunkt etliches undenkbar. Schön wäre es auch, mal einen Stellenwert zu erreichen, dass es unseretwegen ein Tribut Album gibt, aber ich gebe zu: DAS ist utopisch ;-)
Habt ihr schon weitere Aktionen geplant? Liveauftritte oder gar eine Tour?
Es laufen ein paar sehr grobe Planungen, zunächst spielen wir ein paar Konzerte in Hagen und Witten, denen in den nächsten Monaten noch einige folgen werden.
Joah, ich danke dir für deine Zeit und für das Interview und wünsche euch nur das Beste für eure Zukunft. Und Du darfst die Gelegenheit nutzen, den Lesers da draußen ein paar Worte mit auf den Weg zu geben.
Ich danke ebenso für das Interview. Wir hoffen, dass der geneigte Leser ein Ohr riskiert und sich mit unserer Musik beschäftigt. Dann kann er hoffentlich die Emotionen nachempfinden, die wir in dieses Album hineingelegt haben!


