Interviews
Moderne Schweden
Interview mit Henke & Zoran von Scarpoint (26.12.2007)
Scarpoint kommen aus Schweden, klingen nach Schweden und behaupten dennoch, das ihre Musik nicht auf schwedischem Death Metal basiert. Naja, anscheinend hören sie sich ihre eigene Musik nicht so genau an. Aber lest selber, was die zwar alte, aber doch junge Band sonst noch so zu sagen hat.
(Übersetzung von MetalEschi)
(Tequila)
Hallo. Scarpoint wurden 1999 gegründet, aber es hat 8 Jahre bis zur Veröffentlichung des Debüts gedauert. Was ist während dieser Zeit passiert?
Wie bei den meisten Bands dauert es eine Zeit, bis man die richtigen Musiker gefunden hat, das ist die eine Sache, die uns all diese Jahre ein bisschen die Hände gebunden hat.
Als ich (Henke) diese Band gegründet habe war ich erst 15, und es war schwer für mich, gleichaltrige zu finden, die die Songs die ich für das Scarpoint-Projekt geschrieben hatte, umsetzen konnten. Nach einer Weile fand ich Zoran, er war etwas älter aber er konnte mein Zeug einfach auf den Punkt bringen. Wir fingen an, überall nach Musikern zu suchen, aber keiner war wirklich gut genug. Wir haben Jahre gebraucht um unser heutiges Lineup zu finden, und wir sind sehr glücklich, dass wir durchgehalten haben und so weit gekommen sind, mit einem großartigen Album im Gepäck.
Kannst du uns etwas über das Line-Up erzählen?
Henke ist der Sänger, ein Wahnsinnskerl, seine Stimme vergisst man nicht mehr, wenn man sie gehört hat.
Zoran, Gitarrist. Er ist für die meisten Melodien und für das Denken in der Band verantwortlich.
Eric, unser Bassist, er kümmert sich um die tiefen Töne, er lässt mit seinen tiefen Frequenzen den Boden erzittern.
Erik, der Drummer. Der Typ kann fast alles zum Grooven bringen. Gebt ihm ein Schlagzeug und er wird nicht fackeln und es umsetzen.
Alex, Gitarre. Er spielt die zweite Gitarre und dank ihm klingt alles so wie in den guten alten Zeiten. Schnelle, tödliche Riffs? Klar, kein Problem.
Wofür steht Scarpoint? Was bedeutet der Name und für welche Art von Musik steht die Band?
Stell dir diesen Ort in deinem geistigen Bewusstsein vor, der eine tiefe, unheilbare Narbe aufgrund einer traumatischen Erfahrung erlitten hat. Genau das bedeutet Scarpoint.
Euer Sound basiert auf dem schwedischen Death Metal, aber mit einem modernen Anstrich. Was sind eure Einflüsse? Wie würdet ihr unseren Lesern euren Sound beschreiben?
Zuerst mal basiert unser Sound nicht auf irgendwelchem schwedischem Death Metal. Das einzige, was uns in diese Richtung drängen könnte, ist die Tatsache, dass wir Schweden sind. Unsere Musik ist eine Mischung aus unseren verschiedenen musikalischen Backgrounds, und wir haben sehr hart gearbeitet, um den Sound hinzubekommen, zu dem sich jedes der Bandmitglieder seinen Arsch abmoshen kann.
Das war uns immer sehr wichtig, wenn wir uns hinsetzen und Songs schreiben.
Ihr habt mit Daniel Bergstrand am neuen Album gearbeitet. War er die erste Wahl und warum habt ihr euch für ihn entschieden?
Die meisten von uns haben uns schon immer gerne die Bands angehört, die er produziert hat. Unser Gedanke war, dass der Sound, den er kreiert, einer ist, in den wir uns hineinversetzen können.
Wir gaben ihm unser Demo und er sagte, es wäre cool, wenn man an etwas arbeiten könne. Seine Arbeitsweise ist beeindruckend, der Typ ist wie in Trance wenn er unser Zeug aufnimmt. Das ist im Grunde alles, und er war nicht die erste Wahl, aber der einzige, der letztenendes in Frage kam.
Kannst du uns ein bisschen was über eure Texte erzählen?
Die meisten meiner Texte sind über meine schlechte Kindheit. Ich will da nicht zu sehr ins Detail gehen, aber oftmals geht es um Rache an einer Person, die ich hasse.
Dann haben wir Songs wie Disorder, da geht es um das Jüngste Gericht, wenn die Infrastruktur und die Regierung zu Grunde gehen, und wir selbst sind daran schuld.
Glaubt ihr es ist ein Vorteil, aus Schweden zu kommen, wenn man Musik spielt, wie Scarpoint sie machen?
Nun, Schweden ist ein bekanntes Land, und gut, wenn man Musik in die Welt tragen will, aber dazu braucht man auch das passende Label. Man könnte schon sagen, wenn die Band aus Schweden kommt werden sie die Leute viel eher registrieren, aber so genau weiß ich das auch nicht. Wir persönlich denken auch so über die USA.
Habt ihr für euer Debüt viel “altes” Demomaterial verwendet oder habt ihr neue Songs geschrieben?
Nein, eigentlich nicht wirklich. Einen Song haben wir von einem alten Demo und ein paar Riffs, aber das war’s. Wir nehmen das Zeug immer zuerst am Computer auf, bevor wir die Songs proben, also haben wir sozusagen alle Songs in Demoversionen.
Euer Debüt wird von Blind Prophery Records veröffentlicht. War es schwierig, einen Vertrag zu bekommen? Habt ihr mehr Angebote bekommen oder war dies das einzige?
Wir haben das Album aufgenommen, bevor wir den Vertrag unterschrieben haben, weil wir wussten, dass mehr als ein Label daran Interesse haben würde. Also war es eigentlich nicht schwierig. Ich (Zoran) glaube, dass es für die meisten Bands nicht schwierig ist, einen Deal zu bekommen, man muss nur das richtige Label für die Band finden. Das ist wie mit einer Freundin: Es gibt sicher eine, die Frage ist nur, ob sie die passende für uns alle ist. BPR haben wir vor allem wegen deren Eigentümer James M. gewählt, ein klasse Typ, der uns sehr unterstützt.
Und unsere Musik wird jetzt auch immer bekannter, also war es definitiv die richtige Entscheidung.
Was wäre das beste “Package” für eine Tour?
Das wäre eine Minifestval-Tour. Mit Scarpoint, Meshuggah, Soilwork, Clawfinger und vielleicht Lamb Of God.
Was haltet ihr von den typischen Metal-Klischess, wie Patches, lange Haare, Nieten, Patronen und Leder?
Yeah, Leder, haha, Scarpoint goes Manowar. Nein, aber wir verurteilen niemanden. Die Leute können tun oder anziehen, was sie wollen. (sehr freundlich, vielen Dank – Eschi). Wir in der Band sind nicht so die Fans von Nieten und Patronen. Wir kleiden uns locker, nicht sehr speziell.
Alle außer Alex haben in der Band lange Haare, damit es auf der Bühne auch „Hairbanging“ geben kann.
Glaubt ihr, dass Metal mehr neue Einflüsse braucht, um zu überleben?
Nein, nicht wirklich. Metalheads haben eine sehr enge Beziehung zu ihren Lieblingsbands und suchen oft nach ähnlichen Sounds.
Metal ist ein Lebensstil und so wird es auch bleiben.
Wenn du 3 Wünsche bezüglich Gastmusiker für eine einzige Scheibe frei hättest, wen würdest du fragen?
Ich (Henke) würde wohl Corey Taylor von Slipknot, Randy von Lamb Of God und natürlich die heiße Christina Aguliera fragen, haha!
Ist bereits eine Tour durch Europa, vor allem natürlich Deutschland, geplant?
Bis jetzt sind noch keine Tourneen gebucht, BPR arbeitet daran und wir suchen auch schon nach einer Booking Agency. Wir freuen uns auf eine Weltreise und auf einen Plausch mit unseren Fans. Deutschland ist einer der Orte, bei denen wir es kaum erwarten können, endlich live dort zu spielen.
Jetzt ist es Zeit für die berühmten letzten Worte.
Diejenigen, die Scarpoint noch nicht kennen, geht auf unsere MySpace-Seite Schmen(HIER) und hört euch ein paar unserer Songs an. Kauft das Album und kommt zu unseren Shows. Haut rein!
Danke für das Gespräch.


