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Hart und Ausdauernd...

Interview mit Mieze & Jarne von Party San Open Air (06.04.2008)

Hart und Ausdauernd...

Das Party San Open Air hat bereits seit vielen Jahren einen guten Ruf und so wird es langsam echt mal Zeit, den Leuten dahinter ein wenig auf den Zahn zu fühlen. Mieze und Jarne, 2 der 3 Köpfe hinter dem PSOA standen bereitwillig Rede und Antwort

(Tequila)

Hallo zusammen erstmal. Und Gratulation zu einem der beständigsten und wohl in härteren Kreisen beliebtesten Festival überhaupt. Wenn ihr auf 13 Party San Open Airs zurückblickt, habt ihr jemals gedacht, das es sich so entwickeln würde?

Mieze: Hallo auch an dich. Natürlich hat man vor 13 Jahren nicht daran gedacht einmal ein Festival wie das Party.San 2007 zu veranstalten. Da ich da noch nicht dabei war kann ich zwar nicht aus eigener Erfahrung sprechen aber ich denke, auch Boy wird nicht daran geglaubt haben. Unser Dank geht ganz klar an die Maniacs da draußen und natürlich an unsere einzigartige Crew. Beide zusammen machen jährlich erst das Party.San zu dem Happening was es heute darstellt.

Gab es zwischendurch eigentlich Zweifel, ob man weiter machen kann oder will?

Mieze: nur ein einziges Mal habe ich mich gefragt was ich auf dem Acker eigentlich mache. Das war im Jahre 2000 als uns am Donnerstag direkt vor dem Festival die gesamten Headliner weggebrochen sind. Seit dem aber auch nie wieder

Die Festivallandschaft hat sich in den letzten Jahren stark verändert, Hinz und Kunz versuchen was auf die Beine zu stellen und bereits etablierte Festivals erleiden Kollaps (wie gerade eben das Earthshaker) Habt ihr, als stark spezialisiertes Festival es da einfacher?

Mieze: ob man es als Sparten Festival einfacher hat glaube ich eher nicht. Die Probleme liegen aber auf jedem Fall anders verteilt. Wenn man im Metal überhaupt von Mainstream
sprechen kann, denke ich, daß es die Crossover/ Mainstream – Festivals, durch die breite Fächerung an Stilen, immer größere Gruppen ansprechen werden. Organisatorische Fehler verzeiht aber kein Besucher egal ob True- Metaler oder Grindcore- Hippie.

Die Festivals werden sich jedes Jahr ähnlicher, um noch so was wie Exklusivität bieten zu können, gehen viele größere Festivals dazu über, Bands mit Knebelverträge an sich zu binden. Darunter leiden natürlich viele mittlere und kleinere Festivals. Wie steht ihr zu solchen Methoden? Versucht ihr auch, Bands exklusiv zu bekommen oder musstet ihr auch schon mal auf eine Band verzichten, weil diese sich vertraglich gebunden hatte?

Mieze: Natürlich haben wir diese Entwicklung schon häufiger zu spüren bekommen. Mehrfach durften bei uns Bands nicht mehr spielen weil sie bei anderen Festivals auch im Gespräch bzw. schon gebucht waren. Wir und auch eine Reihe an Bands haben daraus lernen müssen. Seit einigen Jahren haben wir damit keine Probleme mehr.
Jarne: Wir haben diese Art und Weise der Bandbehandlung immer abgelehnt. Ich halte es nach wie vor für extrem blödsinnig gewisse Bands mit aller Kraft exklusiv zu buchen. Nichts ist lächerlicher als ein tobender Booker der mitbekommt das auch jemand anderes „Seine“ Band gebucht hat. Wir haben da Leute erlebt, da glaubt man an gar nichts mehr.

Dieses Jahr habt ihr, neben solch sicheren Granaten wie Bolt Thrower, Dismember und Obituary ein ganz besonderes Schmankerl. Eine der besten, aber auch unterbewertesten Schwedentodbands überhaupt, Unanimated, werden bei euch auftreten. Das ist für mich schon fast ein Grund, auf Brustwarzen zu euch hin zu robben. Wie habt

Jarne: Es war eine kleine Herausforderung diese Band wieder zu reaktivieren. Wenn auch einige hochnäsige Promoter und A&R´s die Nase rümpfen, wir sind Fans von dieser Band und es ist uns eine Ehre die Jungs auf unsere Bühne zu holen. So eine typische PSOA Eigenart eben. Was aus der Band wird? Die werden einen neues Album machen, ganz sicher! So heiß wie diese Jungs sind wäre das kein Wunder!

Ein weiterer inzwischen leider seltener Gast auf deutschen Bühnen sind Impaled Nazarene. Viele Veranstalter bekommen Stress mit selbsternannten Szenewächtern, die überall die braune Gefahr sehen und dabei, wie in diesem Fall, weit übers Ziel hinaus schießen. Erwartet ihr Proteste von Antifa-Seite und wie werdet ihr darauf reagieren?

Mieze: Die Proteste waren erwartet und auch schon da, aber wir stehen ganz klar zu der Band und können dieses ganze Geschrei nicht wirklich verstehen. Die zwei bis drei Titel die in der Kritik stehen halten wir selber auch für unglücklich aber da hätte sich die Szene vor 12 bzw. 14 Jahren drüber echauffieren sollen. Es gibt eine Menge Statements der Band wo sie sich ganz klar positionieren und von Rechts abgrenzen. Bei uns wird die Band nur das neue Album im Gepäck haben.

Kommen wir zur DVD des Jahres 2007. Wie gestaltet sich der technische, aber auch der administrative Aufwand bei einem solchen Projekt? Wer entscheidet, welche Bands da drauf kommen? Gibt es Bands, die sich dagegen verwehren? Wer entscheidet, welche Songs auf der DVD landen? Haben Bands schon mal ihre Erlaubnis zurückgezogen, weil sie mit dem Material nicht mehr einverstanden waren?

Mieze: Im Normalfall setzten wir uns als Veranstalter in trauter Dreisamkeit zusammen und sehen bei der Sichtung des Materials das erste mal unser Festival. Danach werden die Titel die uns am besten gefallen. bei den Bands und deren Label angefragt. In 80% der Fälle funktioniert diese Vorgehensweise auch. Natürlich gibt es immer wieder Bands, die aus verschiedenen Gründen, auf ihre Teilnahme auf der Compilation verzichten.

Verglichen mit dem Aufwand, das Festival zu planen, dürfte sich der Aufwand zur DVD eher im überschaubaren Grenzen bewegen. Dennoch denke ich, das derartige Merchandiseprodukte wichtig sind, um ein Festival eurer Größe finanziell mit abzusichern. Oder macht ihr das „nur“ um ein Erinnerungsstück in Händen zu halten?

Mieze: Wenn wir in erster Linie finanzielles Interesse bei der DVD sehen würden, hätten wir diese wahrscheinlich schon lange aufgegeben. Diese Produktion deckt nicht mal annähernd die Kosten. Es geht uns, wie schon vermutet, nur um Erinnerung.

Wenn ihr euch 3 Bands aussuchen könntet, die auf dem PSOA spielen sollen und Geld keine Rolle spielen würde und die Bands sich notfalls reformieren würden, was würden wir dann in Bad Berka zu sehen bekommen?

Mieze. Da wir Drei, völlig unterschiedliche Musikgeschmäcker haben kann ich da nur für mich sprechen und SLAYER seht dann natürlich ganz oben.

Jarne: Candlemass, The Dillinger Escape Plan und Slayer. Auf gar keinen Fall aber Anthrax.

Und welche 3 realistischen Bandwünsche habt ihr für die Zukunft?

(Darüber werden wir aus o.a. Gründen nicht Auskunft geben können)

Kommen wir zum Abschluss zu einem unangenehmen Thema, den politisch Verblendeten. Habt ihr auf dem PSOA Probleme mit politisch Extremen und wie begegnet ihr diesen Problemen? Wie weit geht eurer Meinung nach die Verantwortung von Veranstaltern, die Szene frei zu halten von rechten Subjekten?

Mieze: habe auf diese Frage schon gewartet. Natürlich haben wir, wie alle anderen Festivals auch, diverse Spinner zu Gast. Wir standen und stehen doch schon immer bei diesem Thema im Rampenlicht. Den einen sind wir zu links den anderen zu rechts –prinzipiell kann man sagen, daß wir das Party.San nicht zu einer politischen Plattform verkommen lassen werden. Dazu gehört es genauso dazu, daß die rechten Schwachmaten bei uns nichts zu suchen haben wie auch, daß wir ultralinke Symboliken bei uns nicht sehen wollen. Es geht um wesentlich wichtigeres bei uns als um Politik und zwar um Metal!!! Wer das nicht begreift hat bei uns nichts verloren.

Ich danke euch für das Interview und drücke euch die Daumen, das die Erfolgsgeschichte PSOA weiter geht wie bisher. Und wer weiß, vielleicht schaffe ich es dieses Jahr endlich mal dahin…..schon allein wegen Unanimated *sabber*

Mieze: Danke für deine Wünsch und das Interview – Hoffe auch das du bei uns nun endlich mal aufschlägst…… ;-) Wird ja auch Zeit!!!

Jarne: Up the Horns!!!

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