Interviews
Alles neu bei Paragon
Interview mit Martin Woebcke von Paragon (10.12.2008)
PARAGON sind seit Jahren nicht mehr aus der deutschen Metalszene wegzudenken, ohne jedoch wrklich jemals in die 1. Liga aufgestiegen zu sein. Daran wird auch meiner Meinung nach das aktuelle Album nichts ändern, das meiner Meinung nach in der bandhistorie einen Stilwechsel dokumentiert. Da gibt es zumindest mal einen Grund, bei den Nordlichtern mal nachzuhaken.
(Tequila)
Einen guten Morgen ins schöne Hamburg. Scheint ja eine Menge passiert zu sein, wobei am auffälligsten wohl der Wechsel von Remedy Records hin zu Massacre ist. Wie kam es dazu?
Moin Moin ! Tja der Remedy Vertrag war erfüllt und wir hatten schon länger Kontakt zu Massacre Recs. Die meinten es geht ein bisschen mehr bei Paragon. Remedy ziehen sich auch in aus dem reinen Metalbereich zurück , da es viel Aufwand für wenig Einkommen bedeutet und konzentrieren sich mehr auf Rude Recs. mit V8 Wankers und Kneipenterroristen. Stormwarrior und Dark Age sind ja ebenfalls dort weg.
Die zweite Neuerung ist der Wechsel am Bass. Jans Ausstieg kurz nach dem Release des letzten Albums kam (für mich) ein wenig überraschend. Erzählt mal ein wenig dazu, wie es dazu kam und wer der Neue am Bass ist
Na der Jan war etwas genervt von uns wegen der Forgotten Prophecies Produktion und diverser andrer Dinge und hatte sich dann aus Protest abgesetzt, eigentlich wollte er nur meckern ;-), wir waren wiederum auch genervt und nahmen dann die Kündigung an, sehr zu seiner Überraschung! Mittlerweile verstehen wir uns wieder recht gut .. Der neue ist ja auch nicht mehr so neu. Dirk Seifert hat uns bei der Produktion von Law of the Blade und Dark Legacy zur Seite gestanden und ich hab mal vor Jahren mit Ihm bei Desert Storm gespielt . Er war die letzen Jahre quasi ein Homerecorder und freut sich wieder bei einer richtigen Band dabei zu sein .
Die dritte Neuerung, die auch mehr als offensichtlich ist, ist der Wechsel des Coverartists. Was ich persönlich sehr schade finde, da ich eure alten Cover einfach genial fand und so manches in Form einer Picture Disk bei mir zuhause an der Wand hängt. Das neue Cover mag zwar des Albumtitel umsetzen, aber ich finde, das es Qualitativ nicht an eure alten Artworks ran reicht. Wieso also dieser Wechsel?
Ja äääähhh , das Problem war das wir mal einen nicht so martialischen Titel hatten und nicht so wirklich wussten wie das umzusetzen war, Dirk Illing war zur Zeit schwer mit der Wacken Grafikarbeit beschäftigt, da sind wir auf Jowita ausgewichen, die wir von diversen Festivals kannten. Die Arbeit ist recht gelungen aber für Paragon Fans sicher ungewohnt ! Ich hätte auch eher was Böses genommen, was sich für Picture Discs und T-Shirts eignet.
Die wichtigste und einschneidenste Änderung betrifft den Sound. Fand ich schon den Vorgänger „Forgotten Prophecies“ zu sehr auf Modern und Härte getrimmt (Wobei das immer noch im PARAGON-Rahmen stattfand), hab ich das Gefühl, das ihr dieses mal noch einen Schritt weiter gegangen seid. Auf „Screenslaves“ tönen nicht mehr die PARAGON, die ich früher geliebt habe. Wie seht ihr das?
Nun wir haben immer versucht unseren Old School Metal so hart wie möglich zu gestallten, weil wir uns deutlich von den Melodic Speed Krams abheben wollten! Ich finde es auch nicht besonders Modern sondern eher noch altmodischer, wir haben weniger Effekte und Samples und alles mehr auf echt getrimmt, so klingen wir im Proberaum und auf der Bühne, die Produktionen von Piet waren mit viel Effekten und Samples und Ich hatte immer das Gefühl das wir das live nicht so darbieten können. Ich habe extra auf Uwe Lulis gesetzt weil Ich den harten direkten Sound von den Grave Digger Alben mochte und großer Fan von seinen Arbeiten bin.
Ich verstehe den Titelsong als Kritik an der zunehmenden Technisierung der Gesellschaft, das jeder nur noch an einem Bildschirm (Sei es TV, PC, Handheld oder Handy) klebt und nicht mehr seine Umwelt wahr nimmt. Das Leben findet nur noch in einer Blase statt, niemand ist mehr bereit oder auch nur in der Lage, sich aus dieser Blase zu befreien und mit anderen Menschen zu kommunizieren. Malt ihr in dem Song eine düstere Zukunftsprognosse oder soll es eher die Beschreibung des Status Quo sein?
Richtig, es ist ja schon eher der Status Quo ..Ich zb bin oft recht genervt wie viel Zeit dabei drauf geht nur seine Mails zu checken und mal was im Wb nachzusehen, zum Zocken oder so mal ganz abgesehen.. man tut ja nix produktives dabei und killt nur Zeit die man für andre Dinge braucht. Es besteht ja auch die Gefahr der totalen Sucht wo einige den Kontakt zum richtigen Leben verlieren.
In Zukunft müssen die Menschen extrem aufpassen wie weit Sie da mitmachen das es jetzt schon teilweise zu weit geht.
Ergeben sich durch den Labelwechsel für euch neue Möglichkeiten bezüglich Liveauftritten, einer attraktiven Supporttour z.B.? Oder habt ihr euch von dem Gedanken verabschiedet, mit eurer Musik noch so richtig durchzustarten?
Nun wir hoffen das sich da etwas tut, da wir im letzen Jahr viel zu wenig live gespielt haben, ob es zum richtigen durchstarten reicht ist nicht so wichtig aber den Level halten und etwas mehr Konzerte währe nicht schlecht !
Habt ihr sonst schon weitere Pläne für die Zukunft der Band gefasst?
Nein , große Pläne sind zurzeit keine, wir warten mal ab was mit de CD so geht und sehen zu das wir noch einige Gigs an Land kriegen um die Band am Laufen zu halten. Wir haben ja recht viele Fans nur sind die recht weit verteilt, daher währe es cool mal wieder auf einigen Festivals zu landen wo jeder der auf uns Bock hat hinkommen kann
8. Zum Ende hin wüsste ich nun gerne, welche Frage ihr schon immer mal gern beantworten wolltet, die euch aber nie gestellt wurde. Ach ja, die Antwort auf diese Frage dürft ihr dann auch gerne gleich mit liefern…
Hm das ist ja schwierig … da wir ja schon viele Interviews abgerissen haben! Mann wird selten gefragt warum wir das überhaupt noch machen .. die Antwort lautet weil es unheimlich viel Spaß bringt in einer Heavy Metal Band zu spielen , neue Songs zu basteln und dann zu sehen wie die Nummern live ankommen .


