Live-Reviews
Sweden Rock Festival - Festivalgelände (08.07.2006)
Wieder der deutschen Sprache halbwegs mächtig, hier also mal meine Impressionen vom alljährlichen Jahresurlaub: das Sweden Rock Festival 2006. Dieses Jahr doch etwas eher für die Hardcore-Party Animals unter den Festival Gängern, da nur ein Tag zum klarkommen, packen, waschen etc. zwischen dem Rock Hard Festival in Gelsenkirchen und der Abfahrt Richtung nördliche Gefilde lag, puh. Fahrt war wesentlich entspannter dieses Jahr, wurde ich doch netterweise in nem Bulli von Dortmund aus mitgenommen, Fähre Travemünde-Trelleborg mit luxuriöser Kabinenbuchung (gute Entscheidung der Jungs, die mich mitgenommen haben, wurde zum schlafen bitter benötigt bei 7 Std. Fähre). Und ich war mal wieder die alleinige Vertreterin, *schluchz*, ich beantrage hiermit für nächstes Jahr nen knorken Mitfahrer/In bes. für die „vor-meiner-Geburt-berühmt-gewesen“-Fraktion, die Prog-Fraktion sowie die Powermetal-Kastratensänger-Fraktion ;-)! Es war dieses Jahr wieder so, dass ich schmerzliche Entscheidungen zu treffen hatten, da es halt 2 Main Stages gibt, sowie die Sweden Stage und die kleine Zeppelin (ehem. Spendrup´s) Stage. Die Headliner sind natürlich immer im Wechsel, aber bis 20h oder so muss man üblerweise sich entscheiden, wo man denn nu hingeht. Neuerungen gabs dieses Jahr auch: ALLE Campingplätze sind nun gebührenpflichtig (220 SEK, umgerechnet ca. 25 Euro), den gleichen Preis zahlt man fürs Auto parken btw. Aber meckern gilt nicht, weil wer aufmerksam die Homepage www.swedenrock.com liest (ja, da gibbet auch ne englische Version), der ist darauf mental vorbereitet. Zum ersten Mal einen Wohnwagen gesichtet, wo man für 20 SEK (umgerechnet ca. 2 Eus oder so) sein Handy aufladen konnte oder seine Batteriesätze, das ist mal fein für den ein oder anderen, der keinen mit nem fetten Trafo am Campingplatz kennt. Die Campingplätze selber wurden nochmal umstrukturiert, da das Festival, wenn ich mich nicht ganz irre, dieses Jahr nochmal 5.000 Tix extra verscherbelt hat. Wenns nach mir geht, bitte nicht mehr größer werden, das entzerrt sich in der Regel auf dem schweinegeilen Festivalgelände tagsüber eh, aber bei den Headlinern abends bin ich oftmals kurz vor Massenphobie, besonders gegen Ende des Festivals. Zudem gibt es seit diesem Jahr an der Festival Stage eine fette überdimensionale Leinwand, sehr klasse zum Mitverfolgen auch von den Sesselpupern in den hinteren Reihen also. Auch hier gilt: super wäre das auch an der gegenüberliegenden Rock Stage, Alice Cooper z.B. hätte sich auf Leinwand echt doppelt so gut gemacht, grade die Showeinlagen. Aber viell. kommt das ja noch. Ach ja: und dieses Jahr erstmalig das eigene Sweden Rock Festival Bier. Gesehen hab ich folgende Bands: Donnerstag:
Cathedral
Kannte ich bis dato nur dem Namen nach, warum eigentlich? Verdammt rocken die, trotz etlicher Jährchen auf dem Buckel. Alles doomlastig im Midtempo-Bereich, haut mich jeder Live-Song von denen um, u.a. „Commiserating the Celebration“ vom ersten Album, „Autumn Twilight“, „Hopkins (The Witchfinder General)“, „Corpsecycle“.
Ein prächtig aufgelegter Lee Dorian weiß die Fans sehr wohl auch in der Mittagszeit zum Festivalauftakt zu begeistern.
Und ich bin mir noch gar net mal so sicher ob ich mit der ersten von insgesamt ca. 20 gesehen Bands damit nicht schon meinen heimlichen Favoriten des Festivals gefunden habe!
Grossartig.
(Mella)


Bullet
Danke für den Tipp, Götz! Optisch is der Sänger ne lustige Mischung aus Gerre von Tankard sowie Messiah von Candlemass, umrundet von eher Ramones-Frisuren verehrender Mitmusiker, *lol* @ Killernietenarmbänder zum ansonsten schwarzes Jeans + Schwarzes T-Shirt Outfit.
Obwohl rein Gesangstechnisch überhaupt sonst nicht meins (halt so Power-Metal-Screams), passt das dennoch hervorragend alles seltsamerweise zusammen, die rockten die kleine Zeppelin Stage am an sich noch eher frühen Donnerstag Nachmittag voll weg. Thumbs up.
(Mella)


Doro
Geil. `nuff said.
Naja nicht ganz. Dieses Powerpersönchen macht einfach jedes Mal Laune, hat die begeisterte Menge (und das waren nicht wenige um 13.30 vor der größten Bühne, der Festival Stage) locker im Griff, ist immer in Bewegung. Hat immer noch diese an sich recht amüsante „th“ Aussprache drauf, rockt aber zielsicher die Massen in Begeisterung mit Granaten wie „True as Steel“, „Fight“, „Hellbound“, dem Judas Priest Cover „Breaking the Law“, welches ungewohnt balladesque in den Ohren zu Beginn wiederhallt, dann aber mal anzieht ab der Mitte des Songs glücklicherweise.
„All we are“ zum Schluss des Sets wird mal eben schnell vom Publikum perfekt angestimmt in nem minutenlangen Kanon, bevor Frau Pesch & Co. auch nur ne Note dargeboten haben.
Man mag von der Dame jetzt rein plattentechnisch halten was man/frau mag, aber live find ich sie ne absolut sichere Bank, die zumindest beim SRF ihre Fans hatte, und das nicht zu knapp! Definitiv rockbar.
(Mella)



Bonfire
Ja Hammer, was bitte war das denn am frühen Nachmittag auf der kleinen Zeppelin Stage? Warum hammse die denn net auf die Sweden Stage gelassen, haben die Veranstalter gedacht, das die keiner sehen will oder so? Spaß für 5 beim spielen in den Backen. Besonders Fronter Claus Lessmann. Die Schweden lieben so Zeug eh, Platz war voll, super gute Reaktionen vom Publikum, machte unglaublich Spaß, die mit so alten Hardrock-Klassikern wie „Sweet Obsession“ und „Ready 4 Reaction“ live zu sehen, passend zum diesjährigen 20-jährigen Bandjubiläum. Fehlte eigentlich nur noch „Who´s foolin´ who“. Mehr davon! So guck ich mir gerne sog. „alte“ Hardrock-Bands an.
(Mella)

Easy Action
Hairspray! Rock´n´Roll! Fun pur!
Unglaublich gute Rock´n´Roll Unterhaltung mit durchaus verzichtbaren Balladen, wie ich finde. Aber wenn dieser kurios antiquiert anmutende Sänger (der unisoso mit dem Bassisten locker diverse Handschellen als Deko-Objekte an den Gürtel geschnallt hatte, neben den wuschigen, um den Mic-Ständer gebundenen bunten Tüchern DER Hingucker! *g*) mal losrockte, gabs ja keine Verwandten mehr! Pure Entertainment!
Bilder sagen mehr als Worte
(Mella)


Hardcore Superstar
So, und nun kommen wir zu einer DER Top 5 Bands des gesamten Festivals.
Mit ihrem selbstbetitelten Album schlugen Hardcore Superstar sowohl in Skandinavien (2005) als aber auch hierzulande (2006) senkrechtstartermäßig ein. Obwohl die Band ja eigentlich schon 3 Alben draussen hat, aber hiermit gelang ihnen de facto der Durchbruch.
Und diese von vorn bis hinten asskickin´ Darbietung war für mich das persönliche misplacement des gesamten Festivals. Sie waren nämlich ins Rockklassiker Tältet (Rockklassiker Zelt/Stage) verfrachtet worden, dort wo sonst Coverbands die vorbeischlendernden Massen unterhalten oder Bandbattles stattfinden.
Zwar immerhin um 21h abends, aber trotzdem:
ich glaube nicht dass ich übertreibe wenn ich sage, das Zelt explodierte förmlich in alle Himmelsrichtungen als das Quartett die Bühne ein wenig verspätet betrat und die ersten Töne anstimmte. Das Zelt platzte aus allen Nähten, in dem ein wahrer Hexenkessel losbrach, der sich erst ein wenig legte, als nach einer halben Stunde die ersten, direkt vorne in der Masse stehenden, klatschenass verschwitzten Fans nach Sauerstoff lechzend sich ein wenig nach hinten verabschiedeten.
Also was diese Punk-Glam-Rock Truppe da abzieht ist ja nicht mehr zu fassen. Komplett rockbar das ganze Zeug, ausnahmslos. Jeder einzelne Song wurde da abgefeiert, und das meiner Meinung nach zu Recht! Kein Wunder dass die Begeisterungswelle nach Deutschland rüberschwappte. Und eigentlich brauchten sie an dem Abend auch nicht mehr machen als arschtight spielen, das taten sie mehr als genug und ab ging der Mob wie´n Zäpfchen. Ich kann Euch noch nicht mal einzelne Titel nennen (siehe Sardinendosen-Effekt weiter oben), aber das ist letztens Endes auch fast schon wieder egal, weil der Vierer ein dermassenes Granatenfeuerwerk abzieht, mit einer bombastisch textsicher mitgröhlenden Fanmasse dahinter bzw. vor der der Bühne, dass es die pure Freude ist, die sich live zu geben!
Ich hoffe wirklich dass die so superb bleiben, denn dann fordere ich hiermit ganz klar:
Hardcore Superstar mindestens auf die Sweden Stage nächstes Jahr!!!
Meine Fresse was für ein Fest!
(Mella)

Deep Purple
Mein Tribut an das Festival Leben: ich wollte sie supergerne zuende sehen, aber da ging echt nix mehr um 12 Uhr nachts nach dem RHF, der Fahrt hoch und bereits nem 12 Std. Festival Tag hinter mir. Nach 3 Liedern gegangen. „Smoke on the Water“ hab ich kurz vorm einschlafen im Zelt noch vernommen…
(Mella)


Freitag:
Der Tag startete wie alle bereits vorangegangenen und auch noch folgenden Tage mit klopperblauem Himmel, brüllender Hitze, und DEM Wachmacher des Tages für alle Knüppelfreunde um 12h auf der Rock Stage in sengender Sonne:
(Mella)
Arch Enemy
Leider Gottes unglaublich andauernde Mic-Probleme (kurze permanente Ausfälle) während des gesamten Gigs bei Angela Gossow, aber meine Fresse, was is das für ne musikalische Gitarrenwand: Michael Amott ist der Hammer. Die ganze Band ist musikalisch unglaublich tight überhaupt. Technisch übel perfekt. Dazu diese unglaubliche Powerfrau, von der man live nicht glauben würde, dass sie solche growls produzieren kann, wenn man es bei den Mikroausfällen nicht ganz klar auch hören konnte von der Bühne her! Adorable!
Songs wie „Ravenous“, „Burning Angel“ oder die beiden Kracher des 2003´er Albums “Anthems of Rebellion”: “We will rise” und „Dead Eyes See No Future“ ließen bei etlichen hartgesottene Fans die Matten kreisen. Die Security hatte alle Hände voll zu tun Wasser zu verteilen, bei der sengenden Mittagshitze brauchte man auch nur mit dem Kopf zu nicken und war nassgeschwitzt.
(Mella)



Metal Church
Was für ne Spielfreude in den Backen, macht unglaublich Laune die öfter zu sehen. Die rockten tierisch. Neben Cathedral DIE Alt-Entdeckung des Festivals für mich. Mögen einige die letzten Alben im neuen Jahrtausend nach der der Reunion eher für mittelmäßig halten, so ist deren Live Performance auf dem SRF für mich jedoch bei so einer Spielfreude echt nur mit nem „Daumen hoch“ zu bewerten.
(Mella)



Venom
*kicher* das is ja mal nen Erlebnis irgendwie schon. Cronos guckt einfach so „evil“ wie es nur irgendwie geht, da gibt der Mann ja echt alles! Nun denn, es gilt ja schließlich das Satanisten Image zu hegen und zu pflegen, das Ganze zu untermauern mit einfachen, aber brachialen (oder sollte ich besser sagen einfach brachialen) Songs wie „Antichrist“, „Evil One“, „Seven Gates Of Hell“, „Inferno“ inklusive nicht zu knapp bemessener Pyroshow. Im Zugabenteil dann noch mal eben „In League With Satan“ und „Black Metal“ in die Massen gedroschen.
(Mella)


W.A.S.P.
Auch hier galt es ne Entscheidung zu treffen, da ich Evergrey letztes WE gesehen hatte, hab ich mich für W.A.S.P. entschieden, kenn ich zwar net viel von außer „I Wanna Be Somebody“, leider fast nur die letzte Hälfte mitbekommen, da ich mich mit Hansi vom RH verquatscht hatte ein wenig nachm Fotograbengezauber ;-). Aber coole Show ansonsten, muss ich mir unbedingt öfter mal reinziehen, sind ne gute Festivalband imho.
(Mella)



Def Leppard
Meine Güte ich fühlte mich unglaubliche 15 bis 20 Jahre jünger, was für ein Feuerwerk an alten Granaten. Toller Auftritt ansonsten, wie ich fand, auch wenn Joe Elliotts Stimme deutlich schwächer ist, er traf halt besonders die höheren Tonlagen nicht so wirklich, bzw. überließ es gleich dem Publikum, da mitzusingen oder seinen Mitmusikern, den Chorus zu übernehmen. Aber dennoch töfte insgesamt.
Sie haben halt quasi einmal die Best Of Songs rauf und runter gespielt, Masse am hüpfen, ich gleich mit: „Let´s Get Rocked“, „Make Love Like A Man“, „Hysteria“. Dazwischen dann kurz vom neuen Album was vorgestellt, das ausschließlich aus Coverversionen diverser die Band inspirierender Klassiker besteht: „20th Century Boy“, „Rock On“. Hm, brauchen bei mir mindestens noch nen Anlauf um sagen zu können, ob ich sie gelungen finde oder nicht. Aber weiter gings dann mit alten Klassikern, und da gibt’s ja einige zum mitgröhlen: „Rocket“, „Photograph“, „Armageddon It“, „Animal“, „Pour Some Sugar On Me“, „Rock Of Ages“. Und im Zugabenblock dann noch mit „Love Hurts“ und „Wasted“ die Fans der 80´ger/ 90´ger zufrieden in die Partynacht entlassen.
Und auch wenn man sich hier und da des ein oder anderen Effekt-Eindrucks bzw. zusätzlicher Drum-Parts vom Band nicht erwehren konnte: ich mochte den Auftritt, einfach weil ich die Chance bekam, eine meiner Lieblingsbands aus der Kindheit/Jugend mal live zu erleben. Mal abgesehen davon dass Phil Collen sowie die anderen musikalischen Mitstreiter echt ne Mordsleistung hingelegt haben: spielen, über die Bühne hechten plus enorm viel Backingvocals!
(Mella)


Samstag:
Der letzte Festivaltag wurde eingeleitet (seltsam, alle ersten Bands an den drei Tagen fand ich extrem die Abfahrt) von den Rock-Damen von
(Mella)
Crucified Barbara
Hell Yeah, ich lieb die Schweden-Mädels! Völliger Gute-Laune-Rock, von der ersten bis zur letzten Sekunde. Man mag sie für belanglos halten, ich hab einige getroffen die das tun, aber ich für meinen Teil find sie sehr knorke. Quasi ein Hauch von Girlschool auf jung. Aber dennoch mit nem eigenen Stil. Melodisch, Mia hat echt ne klasse Rock-Stimme, Songs wie „Losing The Game“ oder „Bad Hangover“ bleiben einfach im Ohr hängen.
Den Abschluss bildete wie immer das obligatorische Motörhead Cover „Killed By Death“, bei dem es auf einmal recht voll wurde auf der Bühne mit spontanen Gastsängern aus dem Backstagebereich. Inkl. dem Menschen, der schon mitten im Set mal kurz ganz frech auf die Bühne kam, um fix nen Mikro einzustöpseln und sehr zum Amusement aller nen Power-Metal-Scream vom allerfeinsten losließ, nur um darauf wieder grinsend von der Bühne zu hüpfen (jemand ihn erkannt?)
Warum hab ich mir die CD noch immer nicht gekauft? Wird aber allerhöchste Eisenbahn. Ich denke bei den Mädels geht definitiv noch mehr an Hitpotential in den nächsten Jahren. Watch out.
(Mella)
Sodom
War etwas zu spät, die ersten 3-4 Lieder verpasst. Wurden gut abgefeiert von den Schweden, ganz klar. Kurz überlegt ob ich Kollegen Löffel anrufe als broadcasting von „Remember the Fallen“ oder so, aber das dann aus monetären Gründen wieder verworfen. Immer gut auf Festivals.
Songs die unter lauten „Onkel Tom“ mal in die Masse geschossen wurden:
„Napalm In The Morning“, „Axis Of Evil“, “The Saw Is The Law”, “Sodomized”, “Der Wachturm”, “Ausgebombt”, “Among The Weirdcong”, “Remember The Fallen”, das Motörhead Cover “Ace Of Spades” sowie “Bombenhagel”. Logisch dass die Thrash Veteranen mit soner Setlist auf der sicheren Seite waren und gebührend von den Schweden abgefeiert wurden, und zwar reichlich.
(Mella)
The Sweet
Die letzten paar Songs gehört, wunderbar alte Klassiker zu hören während die Sonne langsam untergeht, man nach 8 Festival Tagen sich fragt, wo es Ersatzfüße gibt wohl. Ich glaub „Blockbuster“ haben meine Eltern immer gehört *g*. Feine Sache das.
(Mella)
Edguy
Nur den letzten Song quasi mitbekommen („Out of Control“), da zeitgleich The Sweet auf der Sweden Stage spielten. In normalen schwarzen Klamotten wirken Edguy gar nicht mehr sooooo schwul *g*, der Hauptplatz war extrem gut gefüllt, die Schweden mögen sie offenbar, da wurde bis in die hintersten Reihen gefeiert, gehüpft und was sonst noch so angesagt ist.
Geile Ansage zum Zugabensong „Avantasia“ (zu deutsch ungefähr: „Ok, was wollt ihr hören? … kennt ihr Iron Maiden? Ja?? Ok dann brauchen wir das ja nicht zu spielen!“) *g*!
(Mella)
Obituary
Ach Gott ach Gott, was war das denn bitte für nen Hammer!!!! Top 5, ganz klar. Die regeln ja mal alles wech, was da im Weg steht! Brutal gut. Was für ein Brett, sie haben minutenlang erst mal instrumental die Masse Richtung Nackenbruch eingestimmt, bevor John Tardy überhaupt loslegte! Mein Bruder hat die in der Jugend gehört, bei mir sind se dann leider irgendwie ein wenig in Vergessenheit geraten, das wird hiermit feierlich gelobt, dass das nimmer passiert. Wo spielen die noch dieses Jahr, gibt’s ne Headliner Tour irgendwo von denen? Billigflüge ins Ausland? Kommentar RH Hansi im Fotograben: „ Na das war mir klar dass ich dich hier treffe!“ *fg*
Man beachte bitte folgenden Photo-Impressionen, die ich einfach mal fix über die Schulter aufgenommen habe während des Obituary Gigs (!):
(Mella)
Alice Cooper
Die schwerste Entscheidung des Festivals, zeitgleich spielten CF auf der Sweden Stage.
Aber der Meister des Gruselns rockt ja mal. Hab ich noch nie gesehen.
Ein *megahuld* an die gesamte konstante super Leistung, perfekte Show, zwar abgespeckte Showeinlagen ( keine Schlange, dafür aber die Guillotine, bei „Feed My Frankenstein“ hat er nur die einzelnen Körperteile theatralisch in die Höhe gehalten, habe mir sagen lassen, auf Tour fängt er noch an diesen zusammenzubauen), und hier störte mich z.B. das Git. Solo und das Drum Solo keineswegs.
Ich bin ja nun jetzt nicht so der Alice Kenner, aber das was ich gesehen habe, hat mich auf jeden Fall dringlichst soweit begeistert, dass ich den Mann auf jeden Fall nochmal auf Tour sehen möchte mit allem Bühnenzauber den der Meister so zu bieten hat. Pure Entertainment.
U.A. in der Setlist mit dabei gewesen (da fehlt noch etliches):
- Dirty Diamonds (Hach der Mann muss aber auch alles visuell unterlegen, sehr schick, er zerrupfte mal gleich relativ zu Beginn mehrere Perlenkettenstränge und schmiss die Einzelteile in die Masse.)
- No More Mr. Nice Guy
- Billion Dollar Baby (die Photographen haschten genauso nach den Spielgeldscheinen wie die ersten 5 Reihen ;-)…)
- Long Way To Go (?)
- Woman Of Mass Distraction
- I´m Eighteen
- The Black Widow (Git. Solo / Drum Solo)
- Feed My Frankenstein
- Welcome To My Nightmare
- Only Women Bleed
- Schools Out
- Poison
(Mella)
Whitesnake
Ich war gespannt und auch schon ein klein wenig darauf vorbereitet, dass mit Whitesnake hier nun nach Def Leppard die 2. Band auf die Bühne kommen würde, wo ich mich definitiv erst mal eine Minute an alternde Musiker gewöhnen muss ;-).
Alleine schon das halbe Geprügel da am Photograbeneingang packte mich in eine wirklich amüsante Grundstimmung. Man wurde auch mehrfach darauf hingewiesen höflich „No flash, the first three songs“. Ja ich weiss, schon klar.
Zack, Licht ging aus, Licht ging teilweise (halt faltenfreundlich *fg*) wieder an, da stand er nun, lässig aus der Hüfte gepost, dass ich aus dem Grinsen gar nicht mehr rauskam, während ich versuchte der Kamera wenigstens ein scharfgeschossenes Photo zu entlocken.
Aber versucht das mal, während ein David Coverdale über die Bühne hechtet. Zu bewundern aus der einmaligen Nähe dann mal das Gesamterscheinungsbild: mit Kreuzen bedrucktes/besticktes was weiß ich denn blütenweisses Hemd, welches bis zum Bauchnabel lässig offen war (und btw: das sah nicht sooo scheiße aus wie ich vermutet habe zu Beginn), irgendsone Gürtelklimperkette, die ich eher bei Weibsvolk vermutet hätte, hübsch ondulierte Haare, Jeans.
Doch, da ging was. Während sich bei Alice 2 Stunden vorher der eine Photograph fast nass gemacht hätte vor lauter mitrocken, lief hier alles zivilisiert ab, bis auf die Unmenge an Dokumentationsvolk, was sich da unten tummelte im Graben.
Aber zum Auftritt an sich: der begeisterte mich sehr wohl bis ziemlich.
Alte Klassiker („Gimme All Your Loving“, „Here I Go Again“ etc. pp.) ohne Ende, die Lichtshow auch mal sehr toll, es wurde dann auch mal heller, als die Photoheinis alle weg waren *g*. Das Einzige, aber auch wirklich das Einzige, was mir richtig auf die Eierstöcke ging, war ein auf so mindestens 15 Minuten künstlich verlängertes „Crying In The Rain“, wo zu Beginn Herr Coverdale für ne Verschnaufpause backstage verschwand und das Publikum in den Genuss eines gähnend langweiligen Gitarrensolos kam (Schnarchfaktor Richtung Unendlich), um dann am Ende des Songs auch noch mal dasselbe zu veranstalten, derweil die Masse dann noch mit nem sinn- und zweckfreien Drumsolo beschallt wurde.
Nicht falsch verstehen, ich habe per se erst mal nichts gegen Soli, aber diese Aktion hat meiner Meinung nach das Konzert halt lecker auseinander gerissen stimmungstechnisch. Man beachte an dieser Stelle, dass der Headliner immer von 23.30 bis 2.00h angesetzt war!
Abgerundet wurde das Ereignis mit dem Kracher „Still Of The Night“.
Fazit: trotz entbehrbaren Soli ein gelungenes Konzert, suberb aufgelegter David Coverdale, der sich in Pose schmiss als obs nen Pokal zu gewinnen gäbe, ich fühlte mich echt gut unterhalten.
(Mella)
Verabschiedungsprozeduren allerorten, ich fiel in einen knapp dreistündigen Zwischenschlaf, da die Fähre um 10h am nächsten Morgen ging hieß es 5 Uhr aufstehen um das Zeltmonstrum abzubauen.
Das wars mal wieder, das Sweden Rock Festival, für dieses Jahr. Schön, perfekt organisiert, die Staff/Service Leute durchgängig als freundlich erlebt.
Bands gesehen, die ich noch nie live bewundern durfte (enorm viele sogar dieses Jahr), bei ein paar denke ich reicht es aus, wenn man die mal erlebt hat auf nem Festival, bei einigen beschlossen, die unbedingt noch mal bei einer Europa-Tour zu besuchen (Cathedral, Alice Cooper, Hardcore Superstar, Obituary).
Wetter durchgängig der Brüller, meine Ohren schälen sich immer noch in Schichten ab ;-).
Update schon mal jetzt bzgl. Hardcore Superstar sowie diverser anderer Sachen, die ich mal schnell erfragt bzw. angeregt habe bei der Sweden Rock Festival Crew:
Es wurden dieses Jahr 21.000 Tickets pro Tag verkauft, also 63.000 für 3 Tage (da die Mehrheit nen 3 Tages Ticket besitzen dürfte, tipp ich mal so auf geschätzte 35.000 Besucher), es gab 5000 Gäste, Pressevertreter und Arbeiter insgesamt.
Man wird sehen ob es evtl. ne große Leinwand auch für die Rock Stage gibt. Und auszuschließen ist es auch nicht, dass Hardcore Superstar für nächstes Jahr gebucht wird (Yeah, ich würde mich freuen! Ich hatte angeregt die doch bitte nächstes Jahr mal dringend auf ne größere Bühne zu packen). Ungewöhnlich wäre es nicht, waren doch mit Crucified Barbara dieses Jahr schon eine Truppe da die das 2. Mal in Folge dort auftreten. Lassen wir uns überraschen.
Vi ses nästa år / Wir sehen uns nächstes Jahr!
(Fotos von Mella und Hansi)
(Mella)


