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Sweden Rock Festival 04.-07. Juni 2008 - Sölvesborg  (02.07.2008)

Sweden Rock Festival 04.-07. Juni 2008

Werte Festivalgemeinde!


Das war mal wieder ganz ganz großes Tennis, das diesjährige Sweden Rock Festival in Sölvesborg in Südschweden! Und ich bekomme weder Tantiemen noch sonstwie fette Präsente, wenn ich behaupte, dass dieses Festival seit Jahren konstant an Qualität zunimmt! Ich rede nicht nur ausschließlich von der mal wieder göttlichen Bandauswahl, die mit Def Leppard, Whitesnake, Judas Priest, Disturbed, Avantasia und Ace Frehley auftrumpfte. Nein, es gab auch etliche exklusive und sehr spezielle Gigs: Poisons erstes Europakonzert seit 15 Jahren, die weltexklusive Triumph Wiedervereinigung, Carcass erstes Konzert seit 1995 und At The Gates erstes Konzert in Europa seit dem Split 1996. Dazu eine traumhafte Orga, die wirklich jeden Schreiberling und die versammelte Journaille begeisterte: fast täglich vor Festivalbeginn neue Newsmeldungen per mail vom Sweden Rock Presse Team, was Bands, Interviewbedingungen, Pressekonferenzen sowie diverse „liebenswerte Eigenschaften“ einiger Bands bzgl. Photorichtlinien betraf. Man war bestens informiert und fühlte sich wirklich gut betreut. Jederzeit freundlich, eine traumhafte Security vor Ort (die vor allen Dingen wirklich auch zahlenmäßig sehr präsent war, ich glaube nicht, dass es bei anderen Festivals ein so großes Aufgebot an Service- und Securityleuten gibt wie auf dem Sweden Rock Festival). Dazu grandiose Neuerungen wie die Klowagen mit Spülung (!) auf dem Festivalgelände, die ernsthaft mit Blumenpötten in einer Ecke dekoriert waren. Hallo – geht’s noch geiler?


Mit einem Tag Vorsprung ging es am Dienstag hoch Richtung Hamburg und dann in aller Frühe Mittwochmorgen mit Carsten und Katja von Burn Your Ears weiter über Dänemark nach Sölvesborg in Südschweden. Traumhaftes Wetter ließ auf jeden Fall bösen Sonnenbrand schon mal erahnen.

Sweden Rock Festival 04.-07. Juni 2008

Auf dem Pressecamp kam man nicht umhin, erstmal den mächtigen Bieranhänger der Headbangers Ballroom Leute zu bestaunen, die allesamt mal ein hochgradig sympathisches Völkchen waren und wo das campen gleich doppelt soviel Spaß macht.

Man muss dieses Festival eh mal so langsam aber sicher unter „Urlaub“ im Hirn festtackern, am besten sich noch vorher oder nachher ein bisschen Zeit evtl. nehmen um Land und Leute zu erkunden. Ich habe mal wieder festgestellt, dass das Ganze in Zeiten von 1,50 Euro/Liter Benzin nur mit einer Fahrgemeinschaft geht. Fähre kostet ja auch immer noch mal ordentlich obendrauf. Und trotzdem (oder vielleicht gerade wegen dieser Urlaubsattitüde?) möchte ich dieses Festival nicht missen: es verbreitet eine super familiäre Atmosphäre, ein buntgemischtes Völkchen an scharfen Tigerspandex, Glam, Glitter, Rock´n Roll und Kuttenträgern, man muss das wirklich mal miterlebt haben. Das war jetzt mein 4. Sweden Rock, und wenn ich das einrichten kann, unter Garantie nicht mein letztes.
Ein bisschen Kleingeld sollte man auf jeden Fall vor Ort halt noch einplanen: die Preise für die Campingplätze wurden von jahrelang konstanten 220 SEK auf 280 SEK angehoben, das festivaleigene Bier kostet 49 Kronen pro Flasche, die Preise für alles Essbare variieren so zwischen 40 und 70 Kronen je nach Stand und angebotenem Essen. (Für den währungsunkundigen Festivalgänger: teile die SEK Summen durch ca. 8,5, dann hast du den ungefähren Europreis.) Klar, billig ist anders, aber das sind halt mittlerweile normale Festivalpreise. Und es soll ja Leute geben, die nehmen 12 Paletten Dosenbier mit und ne Zahnbürste und fühlen sich überall heimisch *g*. Ich hingegen habe mir einmal pro Tag (mindestens) einen Elchdöner (Wokad Älg) gegönnt, und ansonsten hatten wir eine hübsch bunt gemischte Frühstückskiste mit an Bord. Fertig.
Und eines muss man noch sagen: es gab nirgendwo ein Baja Maja (das schwedische Dixi Äquivalent) oder die oben bereits erwähnten fantastischen Spülklos auf dem Festivalgelände, wo man auch nur eine Öre zahlen musste, ich habe in den 4 Tagen nicht einmal ein überfülltes Baja Maja gesehen (die Leerungen waren bis zu 2x täglich, wenn ich das richtig mitbekommen habe). Nie fehlte bei mir das Klopapier, weil ständig Reinigungstrupps umhergingen und die Festivalklowagen z.B. permanent kontrolliert wurden.

Und die VIP Baja Majas hatten sogar ein kleines Handwaschbecken neben den obligatorischen Desinfektionsschaumspendern. Und das sind halt so kleine Sachen, die aber insgesamt mir so ein großes Festival wie das SRF mit seinen diesjährigen 32.200 Besuchern so angenehm wie möglich gestalten. Und wofür ich letztendlich das Geld auch gerne ausgebe.


(Mella)

Aber gut, genug zum Drumherum, kommen wir zum Wichtigen: den Bands auf dem diesjährigen Sweden Rock. 84 waren es dieses Mal, wenn ich richtig gezählt habe. Völlig klar, dass ich nicht alle sehen konnte. Aber ebenso klar war, dass ich nicht nur komplett alkoholumnebelt am Zelt abhängen würde. Die extremen Wetterbedingungen (wahnsinnig sonnig und heiß tagsüber, rattenkalt mal wieder des Nächtens) ließen dieses Jahr allerdings auch kein Nonstop Programm bis zum allerletzten Abend zu. So dass ich letztendlich 21 Bands dieses Mal dort gesehen habe, ganz oder teilweise. Es ging auch nicht anders, wenn 2 Bands parallel spielten, die ich sehen wollte, habe ich nach einem halben Gig halt die Bühne gewechselt, um mir noch einen Eindruck von der anderen Band zu verschaffen.

Der Mittwoch ist ja seit 2 Jahren fester Bestandteil des Sweden Rock Planes als zusätzlicher 4. Tag mit einer limitierten Ticket Anzahl, ich stehe dem nach wie vor ein wenig zwiegespalten gegenüber. Meiner Meinung nach ein sicherlich berechtigter Tag, um kleineren Bands eine Chance zu geben bzw. um die geneigten Massen ein wenig einzustimmen auf das Kommende. Man kann ihn machen, müsste es aber nicht.

Die 4 Bühnen plus die Bühne im Zelt waren allesamt unverändert an denselben Plätzen wieder, die Festival Stage hatte (für mich neu) an beiden Seiten riesige Großbildleinwände, und beide Hauptbühnen hatten schöne Seitenausläufer plus einen kleinen Steg in der Mitte Richtung Publikum.

Bilder wurden natürlich auch gemacht, die meisten aus der Masse heraus, da ich leider diesmal kein Photoweste hatte. Aber ich hatte eine fantastische Leihkamera dieses Mal dabei! Vielen Dank an Dieter an dieser Stelle für die vertrauensvolle Leihgabe, ich bin übrigens weiterhin haftpflichtversichert, falls du irgendwo noch Bierreste auf der EOS 350D entdecken solltest, die irgendein euphorisierter Fan von hinten in den Photograben geschmissen hat. Tausend Dank auch an Katja von Burn Your Ears, deren Photo-Weste ich ab und an benutzen durfte.

Macht euch ein Bier auf, es dauert hier noch ein wenig, stürzen wir uns also mal rein ins Gig-Getümmel und in den Photo-Overkill!

Wir waren am Mittwoch super gut im Zeitplan, Presse Bändchen abgeholt, ab auf den Campingplatz zu den Ballroom Leuten, fix Zelt aufbauen und ein kaltes gezapftes Bier in die Hand gedrückt bekommen, so dass unser Plan, als erstes zu DER Rock´n Roll Band der letzten Monate, AIRBOURNE, zu gehen, voll aufging.


(Mella)

Airbourne

Man schlenderte also durch ein noch ansonsten recht menschenleeres Festivalareal rüber zur Sweden Stage, wo sich ein Rock´n Roll Gewitter alsbald über die doch sehr zahlreich erschienenen, glänzend gelaunten Zuschauer entlud, wie es derzeit wohl kein zweites gibt. Fucking brilliant, würde mein angelsächsischer Bekannter dazu sagen. AIRBOURNE schafften es vom ersten Ton an, das Volk bis zum Mischerturm zum mitrocken und tanzen zu bewegen. Die sind so derbe Rock´n Roll, das geht gar nicht. Sicherlich, es erinnert unverkennbar an AC/DC, aber irgendwie doch frischer und jünger. Viele Fans mit Bandshirt waren zu sehen, der Platz eine einzige große Party. Wenn es nicht die erste Band gewesen wäre, die ich auf dem diesjährigen SRF mir angeguckt habe, hätte ich gesagt, das ist MEINE Band des Festivals.

(Mella)

Satyricon

SABATON danach habe ich mir schlicht und ergreifend geklemmt, da das genau gar nicht meine Baustelle war und immer noch ist, bin mir aber ziemlich sicher, dass sie in der Heimat sehr gute Resonanz bekommen haben.
Aber SATYRICON habe ich mir dann doch noch angesehen an dem Abend, eine Band, die an mir als partiellem Black Metal Sympathisant aber noch völlig bis dato vorübergerauscht ist. Denke, das wird sich aber ändern. Klar, der Mann hieße nicht Frost, wenn er als Fronter einer Vorhöllen-Band dauergrinsend auf der Bühne stände. (Nur gut, das er hinter den Drums hockt, während Satyr am Mic rumturnt *g* - Teq) Dementsprechend gab’s eine klare, kühle Ästhetik, stylisches BM Gepose. Plus einer Lightshow, die die Stimmung perfekt umsetzte. Aber dennoch nicht unspannend, da wirklich zwischendurch rockig angehauchte Riffs die knarzende Iglu-Stimmung unterbrachen. Das Publikum brauchte ein wenig, um die Begeisterung im Laufe des Gigs bis ganz nach hinten zum Ausdruck zu bringen. Während ich mit den Einstellungen der Kamera nebenbei noch kämpfte, einigen wir uns drauf, dass die Bilderserie komplett unter „Kunst“ zu verbuchen ist ;-)! Hier mal 2 Beispiele der Verzerrungskunst (wenn ihr jetzt schon beim 10. Bier seid, dann passt das schon).

(Mella)

Der Donnerstag begann erstmal wie jeder Tag mit üppigem Sonnenschein, der einen schon gegen sieben zur Dusche trieb, die um diese Uhrzeit auch noch nicht so vollgedrängt war. Den Tag mit selbst aufgebrühtem Kaffee begonnen, gefrühstückt, um mich dann überreden zu lassen, mir die erste Band des Tages mit anzugucken auf der kleinen, gemütlichen Zeppelin Stage. Wofür ich ewig dankbar sein werde.


(Mella)

Sister Sin

SISTER SIN aus Göteborg trumpfte mit einer atemberaubend sexy Sängerin auf. Deren Outfit, bestehend aus einer Teilkorsage, einem Glitzer-BH und einer sternchenbedruckten Lederhose, hätte nuttig wirken können, tat es aber nicht! Weil diese Frau den großartigen Vorteil besaß, mit einer Rockröhre vom Allerfeinsten plus einem äußerst sympathischen Auftreten die Fans vor der Bühne zu begeistern. Wie soll ich das beschreiben? Es gibt Stimmen die haben das gewisse Etwas.
Die Rockstimme von Frontfrau Liv klingt halt völlig unangestrengt, aber dennoch mitreißend rockig. SISTER SIN hatten die Nordic Challenge, einen Bandcontest von MySpace und dem Sweden Rock Festival, gewonnen und durften demzufolge die Fans vor der Bühne begeistern mit bodenständigen Rocksongs, die aber niemals kopiert wirkten sondern immer sehr eigenständig in der Komposition waren. Es war durchaus viel los vor der kleinsten der 4 Bühnen, so dass man davon ausgehen kann, dass diese Band ihre Fans dort hat bzw. im Laufe des Gigs sicherlich etliche neue hinzugewonnen hat.

(Mella)

Black Stone Cherry

Danach ging es flotten Schrittes Richtung Rock Stage, wo ich noch die letzte halbe Stunde des BLACK STONE CHERRY Gigs mitbekommen habe. Die Truppe aus Nashville/Tennessee spielt sehr coolen Southern Rock, der mit seinem Post-Grunge Einschlag plus der sehr wiedererkennungswürdigen, ab und zu mich an Eddie Vedder von PEARL JAM erinnernden Stimme des Sängers Chris Robertson zu überzeugen wusste am frühen Nachmittag. Alle Bandmitglieder sind übrigens erst Anfang 20 – wow! Sehr eigenständige und erdige Songs, sympathisches Auftreten, agierten mit sehr viel Bewegung und Spielfreude. Den knuffigen, aus Schweden stammenden Gitarristen hätte ich direkt mal adoptieren können!

(Mella)

Bonafide

Als nächstes Stand der Seb auf meiner inneren Running Order. Also umgedreht und direkt zur gegenüberliegenden Festival Stage gepilgert. Doch beim Näherkommen ließen einen die wenigen Fans vor der Bühne schon stutzig werden. Die großen Leinwände rechts und links der Bühne verkündetem dem schwedischkundigen Festivalbesucher auch nichts Gutes. Der Auftritt von SEBASTIAN BACH musste leider kurzfristig ausfallen, da sein Flugzeug Verspätung hatte und ein anderer Gig-Zeitpunkt wohl nicht machbar war. Der Ansager erklärte dies auch lang und breit auf der Bühne entschuldigenderweise. Statt dem Ex-SKID ROW Fronter zu huldigen, gab ich der Ersatzband Bonafide eine Chance sich meine Begeisterung zu sichern.

Leider wirkten sie etwas statisch und deplatziert auf dieser riesigen Festival Stage, die Songs waren zwar allesamt recht ordentlich, aber wenn man einen Seb Bach in Lederhose und Lederweste erwartet, dann musste man ein bisschen enttäuscht sein, stattdessen Midtempo-Rock geboten zu bekommen. Zwar guten, aber es riss mich halt trotzdem nicht zu Jubelstürmen hin. Aber dafür diesen Menschen hier umso mehr, den man die ganze Zeit hinter sich so schön vor sich hinrocken sah *g*

So schade, ich hätte schon gerne gehört, ob Seppel immer noch die Gesangparts mit einer ihm ganz eigenen, wahnsinnigen Coolness versemmelt, dass man nicht weiss, ob man das gewagt finden soll oder man in Nostalgie angesichts der alten Skid Row Hits versinken soll.

(Mella)

Volbeat

Nun denn, so hatte ich Zeit für ein leckeres Cider im Backstage Bereich, bevor man alle Kräfte noch mal bei VOLBEAT brauchte. Die megasympathischen Dänen haben sich in den letzten Jahren durch exzessives Touren und mitreißenden Konzerten eine große Fanbasis in Europa erspielt. So dass ihr Gig auf der kleinen Zeppelin Stage für mich die diesjährige Missplatzierung des Festivals war. Was den Ort des Auftrittes anging. Denn guckte man mal hinter sich, so sah man, dass der komplette Hang bis hoch zu den Eingangsbereichen komplett am mitrocken und -feiern war. VOLBEAT hätten locker den Platz vor der Sweden Stage füllen können, also liebes SRF Team, ihr wisst Bescheid, nicht wahr ;-)?
Sprechchöre, die schon 10 Minuten vor dem Auftritt nach der Band riefen plus eine von Anfang bis Ende völlig durchdrehende Fanmasse bewiesen, dass auch Schweden nicht vor dem Johnny Cash verehrenden Rock der Dänen sicher ist. Es waren alle Hits dabei, wobei da VOLBEAT ja mittlerweile auf zwei völlig hitlastige Scheiben zurückgreifen können, so dass sie eigentlich mit der Songauswahl nie daneben liegen können! „Hallelujah Girl“ vom kommenden Album wurde gut aufgenommen von den Fans, es gab selbstverständlich die immer beliebten Hits wie „Radio Girl“, „Mr. And Mrs. Ness“, „Pool Of Booze, Booze, Booza“ und „Garden´s Tale“, um nur einige zu nennen.
Es erstaunt mich jedes Mal aufs Neue, wie ansteckend diese Band ist, wie sicher sie ihre Fans hinter sich stehen haben, jeder Gig ist eine einzige Party und ich habe die Band noch nie lustlos auf der Bühne gesehen. Sie feiern den Rock´n Roll, huldigen Johnny Cash, lassen die Meute „Volbeeeeat“ skandieren, lieben die Sonne. Und die Fans lieben Volbeat. Einfach weil sie Arsch treten. Mit einem „Thank you Sweden Rock, you´ve been wonderful, we´ve been Volbeat” wurden die Festivalbesucher nach einer Stunde gutgelaunt in den weiteren Abend entlassen.


(Mella)

Testament

Zeit für irgendwelche Trinkeskapaden gab es wie immer nicht, denn direkt danach war TESTAMENT auf der Rock Stage angekündigt. Und die wollte ich doch unbedingt nach dem eher mittelmäßigen Gig auf dem Rock Hard noch einmal sehen und schauen obs auch besser geht. Und ich wurde nicht enttäuscht. Klar, man darf echt Chuck Billy nicht in Nahaufnahme photographieren (was nimmt der Mann? Cortisontabletten oder so was? Also gesund sieht er jedenfalls nicht so richtig aus), aber spielerisch, soundtechnisch sowie durch Skolnicks Anwesenheit endlich wieder als komplette Band auftretend, war der Gig um Längen besser als der auf dem Rock Hard Festival.

(Mella)

Überhaupt sei an dieser Stelle einmal noch erwähnt, dass das Sweden Rock meiner Meinung nach eine ganz eigene Festival Magie besitzt: es gib selten Bands, die lustlos oder auch nur halbherzig spielend auf diesem Festival zu sehen sind. Selbst die amerikanischen Bands lassen sich immer wieder in ihren Ansagen dazu hinreißen, das Festival, seine tolle Stimmung bei den Fans und die große Bandvielfalt ausgiebig zu loben.


(Mella)

Disturbed

Was man bei DISTURBED danach auch wieder sehr schön bestätigt bekommen hat. Was für eine druckvolle Walze war das denn? Fabelhaft aufgelegte Musiker, ein „fist raisender“ David Draiman, exzellent bei Stimme. Ich bin ja fast gestorben vor Begeisterung über diesen Hammergig. Der Gitarrist und dem Basser schienen die Spielfreude aus dem Popo, und sie erarbeiteten sich ordentlich Kilometergeld auf der Festival Stage, die Songauswahl war super gemischt durch alle Alben hindurch. Und David Draiman brachte die Songs mit so einer Intensität rüber dass ich noch jetzt beim Schreiben eine Gänsehaut bekomme! Wenn die Mannen aus Chicago bei der nächsten Tour auch so grenzgenial sind, kaufe ich mir Tickets für alle Deutschlandgigs! Besser geht es nicht. Fanden auch die Fanmassen, die ordentlich abgingen. DISTURBED haben ohne Frage gerockt. Auch wenn David Draiman immer ein wenig arrogant verkühlt daherkommt (was aber auch seinen Reiz haben kann :-b), die Musiker hatten Spiellaune, haben Meter gerissen, David hat (wie fast alle anderen Bands auch) das Festival und speziell die europäischen Fans gelobt und animierte das Publikum, zum Schluss „Disturbed! Disturbed! We are Disturbed!“ zu skandieren.

(Mella)

Judas Priest

Für das ELECTRIC LIGHT ORCHESTRA bin ich wohl ein bisschen zu spät geboren, jedenfalls (der ELO Fan möge es mir nachsehen) habe ich die Pause genutzt um mich ein wenig von DISTURBED zu erholen, bevor ich dann JUDAS PRIEST wenigstens eine 10 Minuten Chance geben wollte.
Eigentlich wollte ich erst gar nicht hin. Wer so einen Zirkus im Vorfeld veranstaltet und per Presseverteiler höflich dazu auffordert, sich namentlich für einen speziellen JUDAS PRIEST Photo Pit Pass anzumelden, nur um dann letztendlich das alles völlig harmlos und ohne spezielles Bändchen über die Bühne zu bringen, den kann ich einfach nicht so richtig ernst nehmen. Was sollte das denn? Na egal. Herr Halford verbrachte den 1. Song dramatisch eingehüllt in ein Kapuzencape komplett regungslos und mit gesenktem Kopf oben auf einem Podest. Man sah erst beim 2. Song, dass er ziemlich aufgedunsen und alt geworden ist.
Ich konnte mir dieses Elend nicht länger als die ersten paar Songs antun, danach bin ich gegangen. Selbst auf dem VIP Baja Maja hörte sich „Breaking The Law“ scheiße an (hohe Töne kann der Herr halt einfach nimmer). Wenige Zeit später vernahm man oben im Camp eine auch eher weniger gute und schwer hallunterlegte „Painkiller“ Version. Lediglich die Lightshow war wirklich als beeindruckend zu bezeichnen, der Gig war auch besser als diese komatöse Gähnattacke auf dem SRF 2004, aber dennoch meiner Meinung nach nicht im Ansatz als toll zu bezeichnen. Da muss man schon 'ne unheimlich große rosafarbene Brille nachts um 1 aufgehabt haben! Fazit: Bitte gehen Sie in Rente, Herr Halford!

(Mella)

Der Freitag begann bandtechnisch wie immer um High Noon. Schon seltsam, warum spielen da immer Bands die mich total interessieren und dann auch noch mit einer unheimlichen Garantie für eine guten Einstieg in den Festivaltag? Sei es drum, ich pilgerte zu BIRTH CONTROL, obwohl viele von den Campjungs abwinkten.


(Mella)

Birth Control

Die deutsche Band existiert tatsächlich schon seit Ende der 60ger, und der sehr einprägsame Schlagzeuger und Sänger Bernd „Nossi“ Noske als einzig verbleibendes Mitglied der ersten Jahre ist einfach so derbe präsent und mit Spaß bei der Sache, dass es eine Freude war ihm zuzuschauen. Leider waren es am Anfang recht wenige geneigte Zuhörer, die sich vor der Rock Stage versammelten, doch das änderte sich im Laufe des Gigs. Die Herren spielen fantastischen, derbe bluesangehauchten alten 70ger Jahre Krautrock, der einen völlig geil in den Festivaltag schweben lässt mit ausufernden Soli. Ein Lob und Kompliment an den tollen Gitarristen Peter Engelhardt an dieser Stelle! Ich hätte da ja am liebsten was zu geraucht, aber auch so war das mal ein grenzgenialer geschmeidiger Einstieg in den Freitag, der selbst Glam Fans vor der Bühne zum mitwippen und applaudieren bewegte.

(Mella)

Tesla

Danach war dringend eine Portion Hardrock angesagt mit TESLA. Ebenfalls eine Band mit Kultstatus, die ich noch nie live zuvor gesehen habe und die glasklar dann mal meinen Lieblingsgig auf dem Sweden Rock Festival 2008 hinlegte. Das ist geradezu unbeschreiblich mit was für einer Hammerlaune und begnadeter Physis Fronter Jeff Keith den Gig bestritt und dass er noch dazu jeden verdammten Ton traf, die Mitbestreiter auf der Bühne ebenfalls die Spielfreude in Person waren, toppte das alles nur noch. Unbeschreiblich geiler Auftritt, den das Publikum auch frenetisch und zahlreich huldigte vor der Festival Stage! So muss ein rundum gelungener Gig aussehen, genau so, ich bin immer noch völlig begeistert, wenn ich daran zurückdenke. Ihr solltet dringend hingehen, wenn ihr die Chance habt, TESLA anno 2008 irgendwo zu sehen.

(Mella)

Hanoi Rocks

Nach TESLA, die gänzlich ohne jedes Glamour Outfit schon seit jeher auskommen, war es dann Zeit für eine gutgelaunte, mitreißende, bunte Portion Glam-Hardrock. HANOI ROCKS baten zum Hüftenwackeln und jeder machte mit. Kerr, watt is der Michael Monroe für ne Rampensau galore, aber die Bandkumpanen stehen ihm da in Sachen Rüschenhemd und Paillettenbesatz durchaus in nichts nach! Da wurde das knallrote Saxophon ausgepackt, und der Michael fegte über die Bühnenbretter, dass echt jedem Rock- und Hardrockfan warm ums Herz wurde. Sehr geil, würde ich jederzeit noch mal besuchen auf einem Festival oder auf einer Deutschlandtournee. Achtung, nicht erschrecken, wenn die Bilder jetzt ein bisschen glitzern und die Sonnenstrahlen sich auf den Pailletten diverser Kleidungsstücke und Accessoires reflektieren. Sehr sleazig das alles, aber genau richtig fürs Glam und Hardrock liebende Schwedenpublikum!

(Mella)

Carcass

Nun kam der totale Stilbruch und ich hatte auch echt mal damit zu kämpfen, aber ich wollte mir doch wenigstens noch in paar Songs der parallel auf der Sweden Stage aufspielenden CARCASS reinschrauben! Die überzeugten mit einem gelungenen Set die Todesbleianhänger, die darauf über 12 Jahre gewartet hatten.

(Mella)

Whitesnake

Um 20 Uhr pilgerte wirklich so gut wie jeder zur Festival Stage, um sich ein Dauergrinsen abzuholen bei WHITESNAKE. Ich natürlich auch, durfte mir eine Photo-Weste ausleihen und versuchen, bei dem Fotografengedrängel im Graben den dauerjungen und wie immer weiss behemdeten David Coverdale abzulichten, so dass ich erst später dazu kam, auf die Songauswahl zu achten.
Eines wurde aber jedem schnell klar: WHITESNAKE lieferten einen wesentlich energiegeladeren Gig ab als vor zwei Jahren auf dem SRF. Herr Coverdale verschwand auch nur einmal hinter der Bühne zum regenerieren, sie haben auf endlos furchtbares Solo-Gedudel verzichtet diesmal (sie hatten trotzdem welche, nur gingen die mir diesmal nicht so auf den Sack wie vor zwei Jahren weil sie nicht so endlos lang waren) und überhaupt: die Band, allen voran David Coverdale, strotzten nur so vor guter Laune. Es ist echt unglaublich: jeder Musiker scheint sich einen Keks zu freuen auf dem Sweden Rock die Massen zum Arschwackeln, Mittanzen, Harre schütteln und Mitgröhlen bewegen zu dürfen. Einziger Wehmutstropfen: es lag bei längerem Studieren der Leinwandübertragung der Verdacht nahe dass Herr Coverdale sich stimmlich vom Band unterstützen ließ. Das ist zwar schade, tat aber überraschenderweise meiner Stimmung und Freude über den ansonsten glänzenden Gig keinen Abbruch, und es sah auch nicht so aus, als ob jemand um mich herum sich großartig daran störte: alles tanzte und feierte bis zum allerletzten Ton von „Still Of The Night“! Das war aber auch ein Hitfeuerwerk, was WHITESNAKE da diesmal vom Stapel ließen, bei der Best Of Setlist. Alte Kracher wie „Ain´t No Love In The Heart Of The City“, “Love Ain´t No Stranger”, “Here I Go Again”, “Give Me All Your Love”, “ Is This Love” ließen einem als Kind der 80ger echt das Pippi in den Augen stehen und jeden noch so truen Nietenarmbandträger zum Taschentuch greifen! Schööön.


(Mella)

Ministry

Ich war sehr gespannt auf den Auftritt von MINISTRY, ebenfalls eine Band die ich noch nie live erleben durfte bisher. Und ich wollte die Chance nutzen, die Industrial Veteranen um den sehr exzentrischen Al Jourgensen wenigstens auf ihrer Abschiedstournee einmal zu sehen!

Was für eine Macht! Visuell wie auch songtechnisch, düster und erdrückend. Versteckt hinter Gitterelementen (die aber zumindest aus Sicherheitsgründen auf dem Sweden Rock eher unnötig wären, hier aber als Teil der Show Bestandteil hatten) wummerte die Band, die ich liebend gerne mit Paul Raven am Bass mal erlebt hätte, die Songs perfekt in die Fanmassen! Untermauert von einer visuellen Dauerbefeuerung auf der Projektionswand hinter der Band.

(Mella)

Def Leppard

Leider konnte ich mir den Gig nicht bis ganz zum Schluss anschauen, weil man doch einige Zeit brauchte um von der Sweden Stage sich durch das Volk bis hin zur Festival Stage zu arbeiten.
Denn da versprachen DEF LEPPARD einen spannenden Auftritt, den ich auf gar keinen Fall verpassen wollte. Mit der eher mittelmäßigen Gesangsleistung von Joe Elliott von vor zwei Jahren auf dem SRF noch im Ohr, wollte ich mir mal anschauen, ob sie mich 2008 mehr vom Hocker reißen würden! Kurz und knackig beantwortet: verdammt noch mal, ja!! Zum einen konnte man dieses Mal nichts von irgendwelchen Playback Einspielungen bemerken, das klang alles echt. Und erstaunlich gut! Klar, er kommt definitiv nicht mehr an die hohen Parts heran von früher, aber die Band spielte wie immer erstaunlich tight, war (Überraschung!) fabelhaft drauf. Phil Collen und Vivian Campbell sind eh ein Dream Team par excellence, die zusammen mit Rick Savage und Rick Allen so geile Backingvocals liefern wie selten gesehen. Perfekt eingespieltes Team, ein sehr würdiger Headliner 2008, im Gepäck eine Traumsetlist, die einen nach Whitesnake schon wieder zum aufschluchzen halb brachte. Neben „Nine Lives“, der ersten Single des aktuellen Albums „Songs From The Sparkle Lounge“, kamen halt in lockerer Reihenfolge lässig aus der Hüfte gespielt folgende alten Hitgranaten ins begeisterte Fanvolk geschossen: „Animal“, „Rocket“, „Foolin´“ (da bin ich ja ein bisschen sehr blass geworden vor Freude und huldigender Andacht, bei dem Gottsong des 83er Pyromania Albums), „Make Love Like A Man“, „Love Bites“, „Hysteria“, Armageddon It“, „Photograph“ (direkt noch mal halb gestorben), „Pour Some Sugar On Me“, „Rock Of Ages“, und als Zugabe „Let´s Get Rocked“. Es waren zwar nur 1 1/2 Std. Spielzeit, aber die waren sehr sehr sehr geil, ohne Frage. Toller Abschluss eines tollen Freitags.
Zufrieden und glücklich vor mich hinsummend schlenderte ich gemütlich dem Zelt entgegen mit ca. 25.000 bis 30.000 anderen Festivalbesuchern.

(Mella)

Viel zu schnell war schon der letzte Festivaltag wieder da, man sammelte die letzten Reserven um sich noch einmal gepflegt eine ordentliche Portion Hardrock, Heavy Metal und alle drum herum liegenden Spielarten der gehobenen Gitarrenunterhaltung ins Ohr zu schrauben.


(Mella)

Lizzy Borden

Um 12 Uhr traten auf der Rock Stage LIZZY BORDEN auf, die mir bis auf den Namen gänzlich unbekannt bis dahin waren. Herrschaften, ich bin auf so ein visuelles Erlebnis mit dezenten ALICE COOPER Anwandlungen mittags mal echt nicht vorbereitet gewesen. Hätte mich nicht jemand vorwarnen können was die da so auf der Bühne lostreten?
Der Fronter hatte echt bei so gut wie jedem Song eine neue Maske auf bzw. kramte ein neues Accessoire hervor, sei es nun der Totenschädel oder die Axt oder so eine Art Knüppel oder Schläger. Die Mucke lässt sich wohl weder als komplett Glam oder aber Hardrock beschreiben, das war eher ganz straighter Heavy Metal mit einer reichlichen Portion Glam und Hardrock vermischt. An einem Hauch von W.A.S.P. Referenzen. Plus ein bisher noch nicht mal bei Alice Cooper erlebter visueller Overkill deluxe: Blut fließt, Special Effect Masken, die ihr Aussehen verwandeln können mittels kleiner Handgriffe, Teufelsmasken, Totenschädel etc. pp. Ganz großes Eventkino da oben auf der Bühne, was auch die Menge vor der Bühne sehr entzückte und sie dementsprechend die Band abfeierten.

(Mella)

Apocalyptica

STORMWARRIOR sind nicht so meine Kragenweite, deshalb gönnte ich mir eine kleine Pause, um mir dann eine halbe Stunde von APOCALYPTICA in der sengenden Nachmittagssonne anzuschauen. Ich hatte sie schon mehrfach gesehen bei diversen Clubgigs in Deutschland gesehen und muss sagen: das funktioniert open air und festivalmässig auch sehr gut! Selbstverständlich brachten sie eine Menge ihrer METALLICA Cover, die beim schwedischen Publikum fabelhaft ankamen. Ich finde es sehr fein, dass der Drummer mittlerweile festes Bandmitglied ist, das unterstreicht den eh schon fetten Sound noch mal um einen heftigen Wumms. Die Cellisten fegen über die Bühne wie die Derwische, an denen können sich so manche Gitarristen mal ein Beispiel nehmen, wie metal man sein kann. Großartig. „Seek And Destroy“ mitsingend ging ich mir einen erneuten Cider holen und setzte mich in den Schatten von einem der Biertresen.

(Mella)

Ratt

Da ich nicht so der Humppa Fan vor dem Herrn bin, habe ich mir ELÄKELÄISET gar nicht erst angeschaut und von BLUE ÖYSTER CULT bin ich wohl auch etliche Fanjahrzehnte entfernt und habe mir nur 3 Songs oder so angehört.
RATT war aber eine Band, die ich mir gerne ansehen wollte. Hm. Ich muss gestehen dass ich mir mehr davon erhofft hatte. Irgendwie hatte mir die Show zuwenig Eier & Charisma. Hörte sich alles ganz nett an, aber mehr auch nicht. Ich habe mich dann in der zweiten Hälfte des Gigs darauf konzentriert einen ein paar Meter rechts von mir stehenden Glamrocker völlig amüsiert zu beobachten, der da total die Party mit sich, seiner Bierflasche und den direkt um ihn stehenden Menschen zu feiern schien. Tanzte sich da völlig den Bär, großartig.

(Mella)

Mustasch

TRIUMPH hab ich mir oben vom Camp aus der Ferne angehört, man sparte sich lieber die allerletzten Energiereserven für den noch kommenden Headliner, Poison.
Gegen halb zehn abends dann mal wieder langsam Richtung Festivalgelände gepilgert. Avantasia ist ja musikalisch nicht so mein Ding, einmalige Aufführung hin oder her, ich entschloss mich, stattdessen mal zur kleineren Sweden Rock Stage zu gehen, auf der zeitgleich MUSTASCH angekündigt waren. Schätze ich habe noch nie soooo viele Leute vor der Sweden Stage und auf dem dahinterliegenden Hügel gesehen, Wahnsinn. Was müssen die für Fanmassen haben in Schweden. Ich erkämpfte mir unter Lebenseinsatz in der 2. Reihe außen einen guten Platz zum photographieren, ich hoffe ihr würdigt das in einer Gedenksekunde anständig! Mustasch liefern schon einen feinen gediegenen Classic Rock mit einer ordentlichen Reminiszenz an die 70ger ab, das muss ich schon zugeben, hat mir sehr gut gefallen. Ok, große Showelemente oder ausschweifende Bühnenaktion wird man dort nicht wirklich erleben, dafür aber punkten sie einfach mit ihrer mitreißenden Mucke.

(Mella)

Der Spruch des gesamten Festivals kam übrigens von AVANTASIA, als ich zeitig zur Festival Stage zurückpilgerte, um ja nicht den Anfang von POISON zu verpassen. Ich erhaschte einen Blick aus der Ferne auf die durchaus extrem fette Lichtshow von AVABTASIA und hörte in meinem Rücken die ellenlange Vorstellung der einzelnen mitwirkenden Musiker am AVANTASIA Projekt: „And here is our lead keyboard player…“ Ich hab echt Tränen gelacht.


(Mella)

Poison

Um kurz vor 23 Uhr schwenkte die Masse dann um, und alles setzte sich zur gegenüberliegenden Festival Stage in Bewegung, um POISONs erstes Europakonzert seit 15 Jahren mitzuverfolgen. Die Massen mussten ein wenig warten, erst um viertel vor zwölf ging es los. Ich natürlich mit der Kamera im Anschlag außen in der 1. Reihe am Start, klar. Was soll ich sagen? POISON erfüllte alle meine Erwartungen. SO muss ehrlicher Rock klingen! Ein glänzend aufgelegter, sehr gut bei Stimme seiender Bret Michaels tanzte sich über die Bühne. Eine fabelhafte Songauswahl, alles steppte sich nen Wolf, der Platz war eine einzige Party. Sogar ein paar Pyro-Feuersäulen konnte man bestaunen, schätzungsweise war aufgrund der extremen Trockenheit in Schweden mehr einfach nicht drin.
Zwar mit 75 Minuten Spielzeit eindeutig zu kurz, aber dennoch ein würdiger Headliner mit einer spielwütigen Band und einem klasse Hitpotpourri aus Rockkrachern („Unskinny Bob“ konnte man schon morgens in astreiner Qualität und kompletter Länge vom Soundcheck auf den Zeltplatz rüberwehen hören) und balladesken Songs. Ein würdiger Festivalabschluss!

(Mella)

Glücklich vor sich hinsummend und die letzten bunten Papierschnipsel von der Papierschnipselkanone aus dem Haar klaubend traten wir den letzten Marsch Richtung Campplatz an. Abreisen wollte wie immer keiner, und auf der Rückfahrt am Sonntagmittag wurde schon mal eifrig die Vorfreude aufs nächste Sweden Rock im Jahr 2009 bekundet! Mittlerweile steht im Regal neben meinem Schreibtisch zuhause eine nicht aufschließbare oder sonstwie spontan zu öffnende Spardose, ich sammle 2 Euro Stücke für das nächste Jahr. Mehr Merch, mehr Cider, mehr Urlaub.

Ein Fazit, braucht ihr das wirklich? Nicht umsonst bin ich völlig vernarrt in das Sweden Rock Festival, welches dieses Jahr einmal mehr beweisen hat, dass sie jedes Jahr unglaublich geiler werden in der Orga. Es ist mit Abstand das abwechslungsreichste und friedlichste Festival in der Größenordnung, das ich kenne, sowohl was die Bandauswahl angeht als auch vom Publikum her. Familien, Rocker, Metaller, Glam- und Hairspray-Volk jeden Alters aus ganz Europa trifft man dort.

Alle Mitarbeiter leisten dort eine Hammerarbeit, angefangen von den Stage Crews und den ganzen Backstage Mitarbeitern, über die stets freundliche Security (welche sogar zu kurz geworfene Plektren weiter reichen an die Fans in der 1. Reihe) bis hin zu den Horden von Müllmannschaften und Toilettenpersonal.

Ich bin sehr gespannt auf die Bands nächstes Jahr und werde unter Garantie wieder nach Schweden pilgern. Wer noch nicht da war, hat meiner Meinung nach Europas bestes Festival bisher verpasst! Also Leute, hingehen!

Vis ses på Sweden Rock 2009/ wir sehen uns auf dem Sweden Rock 2009!

Skål!


(Mella)

Kommentare...

#1: 21.07.2008 - Pränki (Tobi)

Großartiger Bericht, mit Herz, Seele, spürbarer Begeisterung für's wesentliche und geilen Fotos - und endlich traut sich mal jemand offen auszusprechen, daß Halford sich einfach nur noch selbst demontiert! In dem Sinne: danke für alles! :)

http://www.myspace.com/prankowski666