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SEVEN GATES - The Good And The Evil

Label/Vertrieb: Eigenvertrieb

The Good And The Evil

Die italienischen Powermetaller SEVEN GATES gibt es schon seit dem Jahre 1999. Nach dem Erstling „Unreality“ (2002) folgt jetzt das Album „The Good And The Evil“. Um es vorauszuschicken: Wer kein Anhänger der generell seit Ende der Neunziger marodierenden Melody-Overkill-Todesschwadrone aus Italien ist, welche ausgestattet mit modernstem Arsenal inklusive Doublebasstodesstrahlen, Keybombs und Kastratenscreamguns die Musiklandschaft plattmachen; beziehungsweise was sie nicht plattmachen können mit fröhlichen Melodien verseuchen, der sollte nicht unbedingt weiterlesen. Wer jedoch RHAPSODY, LUCA TURILI und andere Pastaworld-Söldnertruppen zu seiner persönlichen Leibgarde zählt, kann durchaus ein Ohr riskieren. SEVEN GATES machen Genre-spezifisch betrachtet ihre Sache durchaus gut und haben mit dem aktuellen Tonträger ein relativ kurzes und knackiges Scheibchen abgeliefert. Trotz stereotyper Doublebass-Angriffe und, na ja, „Andi Deris“-Gesanges – die normalerweise kitschigen Stilmerkmale werden hier ganz gut in einen halbwegs trockenen Siebziger Jahre-Keyboardsound eingebettet, auf dass einem die Trommelfelle (und Nervenstränge) nicht vollständig zerfetzt werden...


Textlich geht es offenbar um den üblichen Drachen- und Fantasykram, sicher ein Fest für alle Pen & Paper-Fans und all jene, die sich ihr kindliches Gemüt erfolgreich bis ins hohe Erwachsenenalter bewahrt haben. Auch musikalisch wird hier jeder voll bedient, der von fröhlich pathetischem „Triolenfeeling“ sowie Skalen-Sturm und Drang nicht genug bekommen kann. Man darf sich hier ruhig und getrost zu Fröhlichkeit und Märchenwelt im DIONYSUS-Stil bekennen (leider nicht DEINONYCHUS, haha). Der Titel „Freedom“ entführt einen sogar in beinahe avantgardistisch-neoklassizistisch anmutende EUROPE-Gefilde, statt des zweifellos hochinspirierten Chorus möchte man voll des köstlichen Seelenschmerzes „Rock now, Rock the night!“ anstimmen, und das die ganze Nacht, um danach vom trostspendenden Gummibärchensaft des Vergessens zu trinken. Ein rundum knackiges Album für Genrespezialisten, punktgenau auf die Zielgruppe zugeschnitten: Das Richtige für alle Italo-Melodic-Speed-Fans! Das macht die Scheibe natürlich nicht zum zeitlosen Metalklassiker für alle Bereiche, deswegen Abzug in der Gesamtwertung.

Das Album lässt sich samt Booklet und allem Pipapo auf der Homepage der Jungs (www.sevengates.it) kostenlos runter laden.

Punkte: 50

Acheron / 24.11.2008


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