Reviews
NIGHTMARE - Insurrection
Label/Vertrieb: AFM-Records

Hinter wie vielen Monden kann man eigentlich leben? NIGHTMARE aus Frankreich haben mit „Insurrection“ bereits ihr siebtes Album veröffentlicht und existieren sage und schreibe bereits seit dem Jahr 1979, auch wenn sie sich in den Neunzigern eine längere Pause gönnten. Wieso habe ich noch nie von denen gehört?
Und wieso muss man sich solche Infos eigentlich mühselig im Internet zusammensuchen, während das großspurig betitelte „Info Sheet“ wieder einmal nur Cover, Tracklist und Mailadressen von Promomenschen bietet? Wer braucht diese Files eigentlich? Aber das nur nebenbei.
NIGHTMARE spielen auf „Insurrection“ jedenfalls ziemlich reinrassigen Power Metal amerikanischer Einfärbung, der desöfteren mal an ältere Iced Earth und andere Vertreter dieser Stilrichtung erinnert. Besonders positiv fällt dabei Sänger Jo Amore (ob der wirklich so heißt? Wenn ja: Beileid, Jo.) auf, der ziemlich variabel agiert. Von Ralf Scheepers-mäßigem Pathos („Legions Of The Rising Sun“) über etwas rauere Töne im mittleren Höhenbereich („Eternal Winter“) bis hin zu gelegentlich eingesetzten, aggressiverem Kreischen beherrscht er ein breites Stimmspektrum und vermag auch eigentlich überall zu überzeugen. Insgesamt erinnert mich der Kerl etwas an Patrick Johansson (Wuthering Heights, Astral Doors).
Herzstück und Highlight des Albums ist das an fünfter Stelle stehende, knapp neunminütige „Three Mile Island“, ein Uptempostück mit düsteren Zwischenparts und fast schon filmartiger Atmosphäre. Auch das restliche Material vermag eigentlich durchweg zu überzeugen, auch wenn der ein oder andere Refrain schon mal etwas bekannt vorkommt und manche Instrumentalpassage vielleicht etwas zu ausgedehnt daherkommt. Und die Powerballade (hier „Target For Revenge“ betitelt, dafür ein kleines Extrahuld: Man erkennt die Powerballade mal nicht sofort am Songtitel...) fällt halt wie in den meisten Fällen eher öde aus. Ansonsten ist das Album aber wirklich gut und macht Spaß. NIGHTMARE bieten auf „Insurrection“ musikalisch absolut nichts neues, bringen aber bewährtes einfach überzeugend rüber. Produziert ist das Album zudem auch tiptop, so das es im Großen und Ganzen absolut nichts zu meckern gibt.
Gute Platte!
Punkte: 80
Thunderforce / 05.11.2009


