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KNEIPENTERRORISTEN - Das Dreckige Dutzend

Label/Vertrieb: Remedy Records

Das Dreckige Dutzend

Einer der größten BÖHSE ONKELZ Hits ist ja „Das Ist Mein Leben“, welches mit den Zeilen „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt…“ beginnt und man könnte meinen, das dieser Anfang die Geschichte der Hamburger KNEIPENTERRORISTEN beschreibt. Startete man als reine ONKELZ-Coverband (Wobei die Initialzündung hierzu sogar von den ONKELZ selbst ausging), hat man sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem rechtmäßigen Erben eben jener Band gemausert. Es ist eigentlich unglaublich, wie viel Erfolg man mit einer Coverband haben kann, aber die KNEIPENTERRORISTEN konnten sich in der gesamten Republik und ihren Außenposten Schweiz und Österreich mit ihren doch metallerischeren Versionen der ONKELZ-Songs ein großes Following erspielen, was schließlich darin mündete, das man auch mehr und mehr eigene Songs schrieb und spielte und auch aufnahm. So steht nun bereits Album Nummer 4 mit Eigenkompositionen vor der Tür und natürlich gibt es i Vorfeld eine EP als Appetizer, die aber, im Gegensatz zu vielen anderen ähnlichen, auf double-cash in ausgerichtete, Releases, einen echten Gegenwert fürs Geld bietet. Allein der Titeltrack „Das Dreckige Dutzend“ (Welcher sich darauf bezieht, das die EP das 12. Release der Band darstellt) ist ein Album-Track, dazu gibt es zwei alternative Versionen (Eine schnelle Version von „Mein letztes Bier“ (vom „Die Ersten Werden Die Letzten Sein“-Album) und eine lange Version von „Malle Schaft Sie Alle“(vom kommenden Album)). Doch damit nicht genug, man gibt einer der größten Asselrockbands Deutschlands die Ehre, indem man deren größten Hit „Durstige Männer“ covert (Natürlich von den DIMPLE MINDS, ihr Kulturbanausen da draußen) und schließt noch zum Abschluss ein wichtiges, prägendes Bandkapitel ab: Es finden sich 5 Coverliveversionen der BÖHSEN ONKELZ auf der EP, namentlich „Wir Ham Noch Lange Nicht Genug“, „Terpentin“, „Die Stunde Des Siegers“, „Auf Gute Freunde“ und „Erinnerung“. Dies sollen, so der Wille der Band, die letzten Aufnahmen von ONKELZ-Songs der KNEIPENTERRORISTEN sein, was natürlich nicht ausschließt, das man Live weiterhin einige Gassenhauer zum Besten geben wird.
Wenn der Titeltrack einen Ausblick auf das kommende Album bietet, dann erwartet uns eine dermaßen geile ONKELZ-Variante, dass es mir warm im Schritt wird, so nahe dran befindet sich die Band an ihren großen Vorbildern. Ich sag mal so: „Das Dreckige Dutzend“ klingt weit mehr nach den großen, klassischen ONKELZ als die letzten paar ONKELZ Alben selber.
FREI.WILD müssen sich warm anziehen, denn den Jungs aus Hamburg nehme ich ihre Streetcredibility weit mehr ab als den jungen Hüpfern aus Südtirol, hier stimmt einfach das Gesamtpaket. Nun bleibt zu hoffen, dass man auf Albumlänge genug Substanz vorweisen kann, um das hier Gesagte auch unterstreichen zu können.
Obwohl. was heißt schon Albumlänge? Selbst diese EP läuft ne gute dreiviertelstunde und steht zum EP-Preis in den Läden...

(ohne Wertung)

Tequila / 04.05.2011


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